Greenpeace International hat heute in einer Medienkonferenz in Zürich einen Bericht vorgestellt, der die Steuertricks der internationalen Holzindustrie im Kongobecken darlegt. Das globale Netzwerk für Steuergerechtigkeit Tax Justice Network (TJN) und die Entwicklungshilfeorganisation Alliance Sud verurteilten in ihren Gastreferaten die Praxis des «Transfer Pricing» und erläuterten dessen Folgen für die lokale Bevölkerung.


Der Greenpeace Report zeigt wie Konzerne mit Steuertricks auf Kosten der Umwelt und Bevölkerung Profite machen. © Greenpeace / Phillip Reynears

Zürich. Der Report «Steuertricks im Kongo», den Greenpeace International heute in Zürich vorstellte, beleuchtet die Methoden des «Transfer Pricings» anhand des Beispieles der Danzer Group, eines internationalen Holzkonzerns mit Hauptsitz im Kanton Zug/Schweiz. Dieses Beispiel stellt keine Ausnahme, sondern die Regel dar. Der Report zeigt wie internationale Holzkonzerne ein aufwändiges System der Verschiebung von Gewinnen anwenden, Einkommen aus Afrika in Offshore-Bankkonten bewegen und dadurch Steuerzahlungen umgehen. Der Bericht ist ein weiterer Beweis dafür, dass internationale Holzkonzerne im Kongobecken nicht zur Armutsbekämpfung beitragen, sondern im Gegenteil ihre Profite auf Kosten der Umwelt und der lokalen Bevölkerung von Afrika nach Europa verschieben.

Interne Dokumente der Danzer Group erläutern im Detail die Preisabsprachen innerhalb der Tochterfirmen des Konzerns: Die Firma Siforco (mit Sitz in der Demokratischen Republik Kongo DRK) verkauft ihr Holz zu einem offiziellen Preis an die Schweizer Interholco, der unterhalb des wahren Marktwertes liegt. Das Defizit wird durch inoffizielle Zahlungen auf Offshore-Bankkonten in Europa ausgeglichen, so dass die Danzer Group eine Reihe von in der DRK erhobenen Steuern vermeiden kann. «Der Greenpeace-Report beweist, dass die Holzindustrie weiterhin das kongolesische Volk schädigt», sagt Michelle Medeiros, Verantwortliche für das Afrikawald-Projekt bei Greenpeace International. «Jetzt wo die grossen Urwälder im Kampf gegen den Klimawandel immer wichtiger werden, sollen die Geberstaaten endlich aufhören, internationale Holzkonzerne zu subventionieren. Die internationale Gemeinschaft soll Alternativen zum Holzeinschlag fördern, wie zum Beispiel Fonds zur Erhaltung der Wälder als Kohlenstoffspeicher, was sowohl den Menschen im Kongo als auch dem globalen Klimaschutz dienen würde.»

Pressemitteilung und Reden

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