5.10.2010: Greenpeace Aktivist entnimmt eine Probe des giftigen Rotschlamms.

©Greenpeace/Bernd Schaudinnus

Vor einer Woche hat Greenpeace Österreich die Analyse-Ergebnisse einer Rotschlamm-Probe aus Ungarn veröffentlicht. Der Rotschlamm, welcher aus einem Auffangbecken der Aluminumfabrik MAL AG entwichen war und zahlreiche Dörfer unbewohnbar gemacht hat, enthält sehr hohe Werte an Arsen und Quecksilber. Im Auftrag von Greenpeace führte das Umweltbundesamt in Wien auch ein «Elementscreening» durch. Diese Woche sind die Resultate bekannt geworden. Durch zumindest drei der insgesamt 37 verschiedenen untersuchten Elemente können langfristige Probleme für Umwelt und Gesundheit entstehen: Antimon, Nickel und Cadmium. Jedes dieser Elemente ist sowohl für die Menschen als auch für Tiere und Umwelt problematisch. Die aus unserer Sicht kritischste Verunreinigung bleibt jedoch nach wie vor jene durch Arsen.

Antimon wurde in einer Menge von 40 mg/kg gefunden und liegt damit beim Dreifachen der für Böden zulässigen Belastung. Antimon ist als «möglicherweise krebserregend» eingestuft.

Nickel: Das bekannte Allergen wurde in einer Menge von 270 mg/kg nachgewiesen und liegt damit über dem Bodengrenzwert.

Cadmium wurde in einer Konzentration von 7 mg/kg gefunden. Diese Menge liegt zwar unter den Bodengrenzwerten, stellt jedoch für die ohnehin schon cadmiumbelasteten Böden, etwa durch Kunstdünger, ein Problem dar. Cadmium gilt unter anderem als fortpflanzungsgefährdend und nervenschädigend.

Chromanalyse: Der Rotschlamm enthält nur 0,46 mg/kg an hochgiftigem sechswertigem Chrom (Cr-VI), der grösste Anteil an Chrom liegt in Form des relativ harmlosen dreiwertigen Chroms (Cr-III) vor.

Bis heute haben die ungarischen Behörden keinerlei Analyseergebnisse veröffentlicht, weder vom Rotschlamm noch vom Flusswasser oder der Böden. «Auch für das Grundwasser liegen keine Analyseergebnisse vor, von der Feinstaubbelastung ganz zu schweigen», kritisiert der Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster.

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