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Mittwoch, 22. Oktober 2014

Migros-Kinderschuh Trevolution (Montana).
© Greenpeace

Verschiedene getestete Kinderkleider und -schuhe von Grossverteilern wie Migros, Aldi-Süd, Aldi-Nord, Lidl und Tchibo enthalten teilweise eine breite Palette gefährlicher Chemikalien, die in den Produktionsländern Flüsse und Trinkwasser verschmutzen. Die höchste Konzentration von den potenziell krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) fanden die von Greenpeace beauftragten unabhängigen Labors im Kinderschuh Trevolution (Montana) der Migros.

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Migros-Kinderschuh Trevolution (Montana).
© Greenpeace

Verschiedene getestete Kinderkleider und -schuhe von Grossverteilern wie Migros, Aldi-Süd, Aldi-Nord, Lidl und Tchibo enthalten teilweise eine breite Palette gefährlicher Chemikalien, die in den Produktionsländern Flüsse und Trinkwasser verschmutzen. Die höchste Konzentration von den potenziell krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) fanden die von Greenpeace beauftragten unabhängigen Labors im Kinderschuh Trevolution (Montana) der Migros.

Migros stellt sich dar als «Pionierin in der Herstellung umweltverträglicher Textilien». Doch der Schweizer Grossverteiler hat offenbar seine Hausaufgaben nicht gemacht.

Greenpeace liess von unabhängigen Labors 26 Kleider und Schuhe von Grossverteilern testen, die sich noch nicht zur Entgiftung ihrer Produktionskette verpflichtet haben – drei Produkte von der Migros. In mehr als der Hälfte aller Proben wurden umwelt- und gesundheitsschädliche Chemikalien nachgewiesen. Kinderschuhe waren von allen Produkten am höchsten belastet. Einzelne Resultate sind besorgniserregend: Die höchste Konzentration von den potenziell krebserregenden Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) wurde in dem Migros-Kinderschuh Trevolution (Montana) nachgewiesen, gefolgt von Kinder-Regenstiefeln von Tchibo und von Kinder Booties von Aldi in Deutschland (in der Schweiz nicht auf dem Markt). 

Migros hatte Anfang 2013 öffentlich versprochen, bis Ende 2017 alle Textilien der Migros-Eigenmarken nach dem internen Eco-Standard zu produzieren. Demgegenüber hat sich Migros bis anhin aber immer geweigert, eine Detox-Verpflichtung zur vollständigen Entgiftung der gesamten Produktionskette abzugeben. Mirjam Kopp, Leiterin der Chemiekampagne bei Greenpeace Schweiz sagt dazu: «Dass in dem Kinderschuh Werte von potenziell krebserregenden Substanzen gefunden wurden, die die internen Richtlinien des Konzerns weit überschreiten, zeigt deutlich, dass Migros bisherige Bemühungen offenbar nicht reichen, um eine giftfreie Produktion zu garantieren.»

Dass dies möglich ist zeigen andere Grossverteiler: Der britische Handelsriese Marks & Spencer und der Schweizer Grossverteiler Coop sind beide daran, eine Detox-Verpflichtung zur Eliminierung aller gefährlichen Chemikalien in der gesamten Produktion umzusetzen.

Die Produktetests sind Teil der Detox-Kampagne von Greenpeace, die in der Textilindustrie einen Paradigmenwechsel erzielen will. Die Produktionsketten von Kleidung und Schuhen müssen entgiftet werden damit auch die Flüsse und Seen in den Herstellungsländern wieder sauberer werden.

Neben dem Kleidungstest hat Greenpeace das Textilangebot der Supermärke einem breiten Nachhaltigkeitscheck unterzogen. Wir schickten einen Brief mit 70 Fragen an die Grossverteiler aus Deutschland, Österreich und Migros in der Schweiz. Die Auswertung der Migros-Antworten finden Sie hier, diejenige der deutschen und österreichischen Supermärkte hier.

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