Atomkraft Adieu

 

Nach der Atomkatastrophe in Fukushima haben Bundesrat und Parlament den schrittweisen Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen. Das heisst erst, dass keine neuen AKW gebaut werden sollen. Greenpeace setzt sich dafür ein, dass die fünf Schweizer Reaktoren bis 2025 abgestellt und durch erneuerbare Energien und Energieeffizienz ersetzt werden, dokumentiert die Folgen von atomarer Verseuchung und macht auf Missstände aufmerksam, die in der Rohstoffgewinnung, Produktion und Entsorgung von Atomstrom entstehen.

Alternde Atomkraftwerke – alltäglicher Wahnsinn

Würden Sie in ein Flugzeug einsteigen, das 1960 gebaut wurde? Ich bin doch nicht wahnsinnig, werden Sie denken. In der Schweiz ist Wahnsinn im Umgang mit Atomkraftwerken Alltag. Denn unsere Reaktoren aus den 1960-Jahren werden ins Blaue hinaus weiterbetrieben. Noch immer steht kein verbindliches Abschaltdatum fest.

Mit Beznau steht in der Schweiz sogar der älteste Reaktor der Welt – ein zweifelhafter Rekord, denn je älter ein AKW, desto höher ist das Risiko von Pannen und Materialversagen. Findet in der dichtbesiedelten Schweiz ein schwerer Unfall statt, müsste das Land aufgegeben werden. Greenpeace setzt sich deshalb für die sofortige Abschaltung der Uralt-Reaktoren Beznau und Mühleberg ein und fordert für Gösgen und Leibstadt eine Laufzeitbeschränkung auf maximal 40 Jahre.

>>> Zur Themenseite „Alterung der AKW)

Gegen das Vergessen: Fukushima kann überall passieren

25 Jahre nach Tschernobyl wurde das Unvorstellbare erneut Wirklichkeit. Die japanischen Atomkraftwerke galten lange als die sichersten weltweit. Ausgerechnet in Japan ereignete sich 2011 ein dreifacher Super-GAU. Die radioaktive Wolke breitete sich über weite Gebiete aus und verstrahlte Menschen, Land und Häuser. Tausende mussten evakuiert werden und verloren innerhalb weniger Minuten alles. Seither kämpft die betroffene Bevölkerung gegen die Radioaktivität und versucht, wieder Normalität in ihren Alltag zu bringen. Greenpeace ist seit dem Unfall regelmässig vor Ort und dokumentiert die Folgen der Katastrophe für Mensch und Umwelt. Damit Fukushima niemals vergessen wird.

Auf der folgenden Google-Map dokumentieren wir jede einzelne Strahlenmessung die wir in und um Fukushima vornehmen:

 

Dreckstrom

Atomstrom lässt sich nicht sauber produzieren, auch wenn die Industrie das anders darzustellen versucht. In den Förderländern entstehen Berge von radioaktivem Müll. Mehrere Schweizer Atomkraftwerke beziehen Uran aus russischen Wiederaufbereitungs-Anlagen. Dort werden verseuchte Abfälle ins Wasser geleitet oder einfach in den Boden gepresst. Menschen erkranken, Lebensraum wird zerstört. Greenpeace deckt solche Missstände auf, leuchtet die dunklen Hinterhöfe der Atomkraft aus und fordert von den AKW-Betreibern, aus dem schmutzigen Atomstrom-Geschäft auszusteigen.

Für Atommüll gibt’s keine Lösung – für eine Lösung gibt’s kein Geld

Atommüll ist wie ein Flugzeug in der Luft ohne Landebahn. Zwar wird konzipiert, diskutiert, geplant. Doch bis heute ist weltweit ungeklärt, wie hochradioaktive Abfälle für mehrere hunderttausend Jahre ohne Risiken für Bevölkerung und Umwelt gelagert werden sollen. Nur eines steht fest: Es wird an Geld für die Entsorgung fehlen. Atomkraft kann heute nur so billig produziert werden, weil die AKW-Betreiber die Entsorgungs-Kosten im Preis viel zu wenig berücksichtigen. Die Rechnung werden unsere Kinder und Kindeskinder zahlen, die für unser strahlendes Erbe aufkommen müssen. Greenpeace setzt sich deshalb für mehr Kostenwahrheit und Transparenz ein.