Die Industrialisierung der Landwirtschaft

Mehr und bessere Ernten – so lautete früher die zentrale Forderung an die Bauern. Die industrielle Landwirtschaft sollte der Schlüssel dazu sein.

Was wurde uns nicht alles versprochen: höhere Erträge, resistente Pflanzen und sichere Lebensmittel. Doch was ist davon geblieben? Heute wissen wir: Mit der industriellen Landwirtschaft sind wegen des immensen Wasserverbrauchs, der Übernutzung der Böden sowie der zunehmenden Verbreitung von Monokulturen viele Probleme für Mensch, Tier und Umwelt entstanden.

Trotz Ertragssteigerungen in den letzten Jahrzehnten sind heute fast eine Milliarde Menschen unterernährt. Dürren, Überschwemmungen und Ernteausfälle haben in den letzten Jahren immer stärker zugenommen.

Die Landwirtschaft selbst ist jedoch zu einem grossen Teil für diese Veränderungen verantwortlich, denn sie verursacht rund ein Drittel aller weltweit ausgestossenen Treibhausgase. Ein Treiber für die Erderhitzung.

Bio-Anbau – gut für die Umwelt

Zum Glück geht es auch anders. Im Biolandbau werden immer öfter Nützlinge eingesetzt und ersetzen damit gefährliche Pestizide. Das wirkt sich positiv auf Natur, Grundwasser und Lebensmittelqualität aus.


Ein toxischer Cocktail

Ein kontinuierlicher Pestizideinsatz kann zu Resistenzen führen, so dass die Mittel innerhalb weniger Jahre ihre Wirksamkeit verlieren. Um dem vorzubeugen, müssen Landwirte häufig unterschiedliche Pestizide einsetzen. Das führt zu Mehrfachbelastungen in Lebensmitteln. Greenpeace fand bei Untersuchungen von Früchten und Gemüse bis zu 13 verschiedene Pestizide in einer Probe.

Bienen in Gefahr

Der massive Insektizideinsatz in der industriellen Landwirtschaft ist auch für den enormen Rückgang der Bienenvölker mitverantwortlich. Dies ist hochgradig problematisch, denn 90 Prozent aller Pflanzenarten werden durch Insekten bestäubt. So ist denn auch ein Drittel der globalen Nahrungsmittelproduktion direkt von Bienen und anderen Insekten abhängig. Wenn es keine Bienen mehr gibt, hat dies verheerende Folgen für unsere Nahrungsmittelproduktion.


Unsere Vision ist TOP

Die Landwirtschaft trägt in der Schweiz zu 13,5 Prozent zum gesamten Treibhausgas-Ausstoss bei. Um die Klimaziele des Pariser Abkommens zu erreichen, müssen unter anderem die Emissionen aus der Landwirtschaft reduziert werden.

Wir fordern deshalb, dass die Schweizer Bäuerinnen und Bauern bis 2050 flächendeckend auf eine tiergerechte und ökologische Produktion (TOP) umstellen. Die Umsetzung von TOP reduziert die Treibhausgas-Emissionen der Landwirtschaft um 30 bis 50 Prozent.


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Aktuelle Beiträge

Story

Der Wald auf unseren Tellern

von Philippe Schenkel

Die ungebremste Zerstörung des Amazonas-Regenwalds wird durch die derzeit wütenden und verheerende Brände angeheizt. Es sind die schwersten Feuer seit Jahren. Wir Europäerinnen und Europäer sind mitverantwortlich für die Zerstörung…

Publikationen

Greenpeace-Magazin 02/19

Juni 2019

In dieser Ausgabe widmen wir uns dem Thema Landwirtschaft – und wie sie sein könnte. Denn in der vermeintlich idyllischen Schweiz rumort es in den Ställen.

Weniger ist mehr – für ein besseres Leben und einen gesünderen Planeten

März 2018

Die Greenpeace-Vision der Nutztierhaltung im Jahr 2050 Die industrielle Fleischproduktion stellt die Menschheit vor riesige ökologische und gesundheitliche Probleme. Sie macht den Planeten, die Menschen und Tiere krank. Die Greenpeace-Vision…

Umweltrisiken durch Neonicotinoide

Januar 2017

Bestäuber – dazu zählen Wild- und Honigbienen, aber auch viele andere Insekten – spielen für die Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion eine entscheidende Rolle. Drei Viertel der weltweit gehandelten Nutzpflanzen hängen mehr…

Grenzwerte für Pestizide im Essen. Alles sicher?

November 2016

Grenzwerte für Rückstände von Pestiziden in Lebensmitteln sind dazu da, die sogenannte «gute fachliche Praxis» zu überwachen. Sie sollten so gesetzt werden, dass die Bevölkerung vor gesundheitlichen Schäden durch die…

Pestizide im Schweizer Weinbau

September 2016

Greenpeace Schweiz hat zehn Weine und sechs Weinberge (unreife Trauben und Böden) aus verschiedenen Weinbauregionen der Schweiz auf Pestizide untersucht. Insgesamt wurden in dieser Untersuchung 33 Wirkstoffe gefunden: 18 Substanzen…

Toxikologisch besonders bedenkliche Pestizid-Cocktails

August 2016

Greenpeace hat die 520 in der EU zugelassenen Pflanzenschutzmittel geprüft und ihre Auswirkung auf Gesundheit und Umwelt bewertet. Das Ergebnis: eine Schwarze Liste der Pestizide. Leider nimmt der Einsatz von…

Pestizid-Cocktail in Schweizer Erdbeeren

Juni 2016

Greenpeace Schweiz hat im Mai und Juni 2016 einerseits Boden- und Pflanzen-Proben aus Erdbeerfeldern im Thurgau und im Seeland, andererseits Erdbeeren aus diversen Verkaufskanälen auf Rückstände von Pestiziden untersucht. Bericht…

Zwei Jahrzehnte des Versagens: Die gebrochenen Versprechen der Agro-Gentechnik

November 2015

Vor zwei Jahrzehnten waren auf US-Feldern die ersten Gentech-Pflanzen angebaut worden. Seither gaben Monsanto, Syngenta und Bayer in Bezug auf diese Technologie die schillerndsten Versprechen ab. Nun, zwei Jahrzehnte später,…

Pestizid-Cocktails in Äpfeln gefunden: Schneewittchen und der vergiftete Apfel

Oktober 2015

Ein europaweiter Greenpeace-Test zeigt auf, dass konventionell produzierte Äpfel (auch aus der Schweiz) mit einem Pestizid-Cocktail belastet sind. Labortests haben 39 individuelle Substanzen identifiziert. Bio-Proben sind pestizidfrei. «An apple a…

Europas Abhängigkeit von Pestiziden: So schädigt die industrielle Landwirtschaft unsere Umwelt

Oktober 2015

Warum es an der Zeit ist, den Teufelskreislauf des Pestizideinsatzes zu durchbrechen Die Abhängigkeit der Landwirtschaft von Pestiziden hat in Kombination mit deren hoher Persistenz und Allgegenwart dazu geführt, dass…

Der bittere Beigeschmack der europäischen Apfelproduktion: Gift-Cocktails in Apfelplantagen

Juni 2015

Wir haben europaweit Apfelplantagen auf Pestizidrückstände untersucht. Die Laborresultate sind erschreckend: Boden- und Wasserproben sind zum Teil mehrfachbelastet – auch in der Schweiz ist die Situation alarmierend. «An apple a…

Pestizide und unsere Gesundheit: Die Sorge wächst

Mai 2015

Parkinson, Autoimmunerkrankungen, Lymphdrüsenkrebs, Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) sind Beispiele von Krankheiten, die unter anderem mit Pestiziden in Verbindung gebracht werden. Kausalzusammenhänge liessen sich nie beweisen – aber auch nicht ausschliessen. Jetzt…

Plan Bee – Leben ohne Pestizide

Mai 2014

Auf dem Weg in Richtung ökologische Landwirtschaft Wild- und Honigbienen spielen für die biologische Vielfalt und die weltweite Ernährungs- sicherheit eine entscheidende Rolle. Der drastische Rückgang dieser Insektenbestäuber, der seit…

Corporate Science Fiction

April 2014

Corporate Science Fiction: A critical assessment of a Bayer and Syngenta funded HFFA Report on neonicotinoid pesticides. Download Report

Gift im Bienen-Gepäck

April 2014

Neuer Greenpeace-Report zeigt giftigen Pestizidcocktail in untersuchtem Pollen von Bienen Über zwei Drittel des von Bienen auf europäischen Feldern gesammelten Pollens, das in die Bienenstöcke zur Fütterung der Larven gebracht…

Anleitung zur Pestizidreduktion: Forderungen für einen erfolgreichen Schweizer Pestizidreduktionsplan

November 2013

In der Schweiz gelangen zu viele Pestizide in die Umwelt. Deren Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier sowie die Lebensräume sind bedrohlich. Die Umweltorganisationen Greenpeace, Pro Natura, SVS/BirdLife…

Bye Bye Biene: Der Greenpeace Bienenreport

April 2013

In den vergangenen Wintern lag die Sterberate bei Honigbienenvölkern in Europa bei bis zu 53 Prozent. Die Greenpeace-Studie «Bye bye Biene? Das Bienensterben und die Risiken für die Landwirtschaft in…

Bees in Decline

Januar 2013

Report Herunterladen (Englisch)

Glyphosat in der Landwirtschaft

September 2011

Mit Glyphosat werden auf der ganzen Welt Äcker, Gartenbeete oder Strassenränder bespritzt. Oft unter dem Namen „Roundup“ verkauft, tötet das Herbizid alle ungewollten Pflanzen. Ausser Gentech-Soja, – Mais- oder -Baumwolle,…

Bergweiden statt Sojaberge: Zuviel Soja in Schweizer Milch und Fleisch

Februar 2011

Der Greenpeace-Bericht „Sojaimporte Schweiz“ deckt auf, weshalb immer mehr Soja verfüttert wird und wie die Importmenge reduziert werden könnte. So haben die Ausdehnung der Milch- und Geflügelproduktion, eine leistungssteigernde Optimierung…

Schwarze Liste der Pestizide

Juli 2010

Im Februar 2008 wurde mit der ersten Version der „Schwarzen Liste der Pestizide“ („Blacklist of Pesticides“) erstmals eine umfassende Bewertung vorgelegt, die die Gefährlichkeit weltweit eingesetzter Pestizide gegenüber Mensch und…

Gentechnik in Lebensmitteln

Juli 2010

Informationsbroschüre über Gentechnologie in Lebensmitteln, die Situation in der Schweiz und die Forderungen von Greenpeace. Gentech Maisfisch Bericht herunterladen

Lebensmittelkrise bedingt durch steigende Preise und schwindende Vorräte: Factsheet zur Lebensmittelkrise

Juli 2010

Millionen von Menschen sehen sich zurzeit mit Engpässen in der Lebensmittelversorgung und mit unerschwinglichen Lebensmittelpreisen konfrontiert. In vielen Fällen führt dies zu Hunger. Aufstände von Bangladesch über Senegal bis Haiti…

Publikationen Landwirtschaft: Natur oder Labor

Juli 2010

Gentechnik: Natur oder Labor Obst und Gemüse Ratgeber Informationsbroschüre von Greenpeace Österreich über die Gefahren der Gentechnologie. Bericht herunterladen

Publikationen Landwirtschaft: Ratgeber Obst und Gemüse

Juli 2010

Obst & Gemüse: Zur richtigen Zeit auf den Tisch! Informationsbroschüre über Gentechnologie in Lebensmitteln, die Situation in der Schweiz und die Forderungen von Greenpeace. Enthält eine Saisontabelle für Früchte und…

Wissenswertes zu Agro-Gentechnik: Agro-Gentechnik

Juli 2010

Ginge es nach dem Willen der Gentechnik-Industrie, wären Gentech-Pflanzen auf dem Acker und im Essen längst die Regel. Dabei häufen sich Beispiele dafür, dass diese Risikotechnologie Gefahren für unsere Gesundheit…

Zusammenfassung des Reports «Slaughtering The Amazon»

Juni 2009

Rund 80 Prozent der abgeholzten Urwaldfläche wird im Amazonasgebiet als Weideland für die Rinderzucht verwendet. Die Zerstörung von Urwald für Rinderfarmen macht Brasilien zum viertgrössten CO2-Emittenten weltweit. Während das Rindfleisch…