Die Europäische Kommission hat am Wochendende die von ihr selbst bestimmte Frist zur Deklaration genmanipulierter Nahrungsmittel verpasst. Darum stellt Greenpeace heute europaweit – unter anderem mit einer Pressekonferenz in Hamburg – ein Logo zur Kennzeichnung von genmanipulierten Produkten vor. Das Symbol zeigt ein Laborglas auf einem orangeroten Gefahrendiamanten und die Aufschrift „Genmanipuliert“. Nur ein Logo oder Symbol entspricht dem legitimen Wunsch der KonsumentInnen nach einer klaren Deklaration der genmanipulierten Waren. Die in der Schweiz vorgeschriebene Kennzeichnung mit den Buchstaben „GVO“ (=Genveränderte Organismen) wird nach Meinungsumfragen von nur etwa vier Prozent der Bevölkerung verstanden. Greenpeace fordert auch für die Schweiz ein allgemeinverständliches Symbol zur Deklaration.

Zürich/Brüssel. Wenn es darum geht, den KonsumentInnen reinen Wein einzuschenken, beginnt sich die Gentech-Lobby zu winden. Die Freiheit, im schlimmsten Fall zumindest zwischen genmanipulierten und traditionellen Produkten noch wählen zu können, muss gewährleistet sein. Seit Herbst 1996 sind in der EU genmanipulierte Agrarprodukte wie Soja und Mais unter Druck aus den USA auf den Markt gekommen und niemand kann die Folgen dieser Importe für Umwelt und Gesundheit vorhersagen. Damals versprach die EU, innert Jahresfrist diese Produkte verständlich zu deklarieren. Diese Frist hat, versprochen war der 1. November 1997, hat die EU am Wochenende verpasst. „Wir wollen und brauchen keine weiteren fahrlässig produzierten Skandale und Gesundheitsrisiken wie britischen Rinderwahn und Hormonfleisch aus den USA. Die arrogante Art, wie hier Menschenversuche mit Europas KonsumentInnen durchgeführt werden, ist erschreckend“, hält Bruno Heinzer, Koordinator der Genschutz-Kampagne bei Greenpeace Schweiz fest. Eine klare und verständliche Deklaration für alle Nahrungsmittel, die genmanipulierte Bestandteile enthalten, sowie für alle, die aus oder mit genmanipulierten Rohstoffen produziert werden ist das absolute Minimum. Das heisst, dass die KonsumentInnen ein Recht darauf haben, zu wissen ob ihr Fleisch und Geflügel mit Gentech-Futter gemästet oder das Speiseöl aus genmanipuliertem Rohstoff gepresst wurde. Die erpresserische Zwangseinführung von Gentech-Produkten aus den USA muss von der Schweiz und der EU nicht einfach hingenommen werden, denn die Trennung von genmanipulierten und traditionellen Produkten nach der Ernte ist machbar. Die Schweiz und die EU spielen bisher allerdings lieber eine devote Rolle und beugen sich dem Druck aus Industrie und Politik. Dabei ist ihnen der erklärte Wille der BürgerInnen, die gentechnisch manipulierte Nahrungsmittel klar ablehnen, gelinde gesagt Wurst. Greenpeace wird die Zwangsernährung aus den USA nicht widerstandslos schlucken und fordert nach wie vor ein Verbot genmanipulierter Nahrungs- und Futtermittel.


Kontakt:
Bruno Heinzer, Koordinator der Genschutz-Kampagne 01 / 447 41 41