Was schon seit Jahren vermutet, jedoch von den Basler Chemiemultis Novartis, Ciba SC und Syngenta immer bestritten wurde, hat Greenpeace jetzt bewiesen: In der Deponie Hitzmatte im Elsass liegt Chemiemüll der Basler Chemie vergraben. Das von Greenpeace beauftragte Labor RWB fand mindestens fünf Chemikalien, die klar der Produktion der chemischen Industrie zuzuordnen sind. Greenpeace fordert von den verantwortlichen Chemiekonzernen bis Ende 2002 ein Konzept zur Beseitigung der Chemiemülldeponie und eine radikale Korrektur der Konzernpolitik bei den Altlasten.

Basel. Noch bis vor kurzem haben die
Chemiekonzerne stets behauptet, in der Deponie Hitzmatte im
Elsässischen Neuwiller direkt an der schweizerisch-französischen
Grenze keinen Chemieabfall deponiert zu haben. Die jetzt
vorliegenden Greenpeace-Resultate beweisen das Gegenteil. Das von
Greenpeace beauftragte jurassische Laboratorium RWB hat im Wasser,
das unterhalb der Chemiemülldeponie austritt, chemische Substanzen
nachgewiesen. Es handelt sich dabei um Zwischenprodukte aus der
Farbstoff-, Pharma- und Agroproduktion wie z.B. Chlorbenzol, Cresol
und Indol. Sie sind zum Teil stark Wasser gefährdend. Zwei der
Stoffe stehen im Verdacht, Krebs zu erzeugen.

Obwohl die Basler Chemiekonzerne schon seit
über einem Jahrzehnt verkünden, ihre Verantwortung für die „wilden“
Chemiemülldeponien wahrzunehmen, haben die Konzerne Novartis, Ciba
SC und Syngenta bei der Hitzmatte nur ein einziges,
wissenschaftlich kaum begründbares Bohrloch abgetäuft. Nach
oberflächlichen Wasseraustritten scheinen sie gar nicht gesucht zu
haben – und wenn man nicht will, so findet man auch nichts.
Anlässlich der diesjährigen Generalversammlung hat Novartis-Chef
Daniel Vasella verkündet, innerhalb von 25 Jahren weltweit mit den
Altlasten aufzuräumen. Aber Scheinaktivität und Verzögerungstaktik
führen nicht zu diesem Ziel. Um tatsächlich ein „Leader“ zu sein in
Sachen Umweltschutz (Novartis) und um wirklich „Effekte für
sauberes Wasser und ungetrübte Lebensfreude“ zu schaffen (Ciba SC)
verlangt Greenpeace einen radikalen Wechsel der Altlastenpolitik:
Wir wollen endlich Taten sehen statt Worte hören!

Die Sache hat zusätzliche Brisanz: Flussabwärts
auf Schweizer Boden und unterhalb der Chemiemülldeponie Hitzmatte
hat die Gemeinde Allschwil von der Baselbieter Gebäudeversicherung
die Auflage bekommen, ihre Häuser bis Ende 2002 vor Hochwasser zu
schützen. Die Gemeinde muss deshalb einen Damm bauen, ansonsten die
Versicherung bei Schäden nicht mehr zahlt. Bei einem Hochwasser
wird sich das Wasser hinter dem Damm zu einem See stauen, der bis
unter die Chemiemülldeponie Hitzmatte reichen kann. Der geologisch
instabile Hang könnte abrutschen und der vergrabene Chemiemüll in
den See gelangen. Der Umweltschaden und der Sanierungsaufwand wäre
immens. Deshalb ist die Sache klar: Weil der Damm kommt, muss der
Chemiemüll weg.

Greenpeace fordert von Novartis, Ciba SC und
Syngenta ein verbindliches Konzept zur Beseitigung der
Chemiemülldeponie Hitzmatte bis Ende 2002.

Kontakt:

Greenpeace Chemiekampagne, Matthias Wüthrich, 01 447 41 31

Greenpeace Medienabteilung, 01 447 41 11