Die Chemiekonzerne Novartis und Ciba SC versprechen seit Monaten, die betroffene Bevölkerung über die Resultate der Untersuchungen ihrer „wilden“ Chemiemülldeponien im Elsass zu informieren. Auch Greenpeace hat Messungen in Auftrag gegeben und im Wasser aus einem Bohrloch bei der Deponie Le Letten in Hagenthal-le-Bas (F) bisher 84 zum Teil giftige Chemikalien gefunden. Die Umweltorganisation fordert die sofortige Einleitung der Totalsanierung der „wilden“ Chemiemülldeponien in der Region Basel. Der Schlussbericht von Greenpeace folgt in zwei Wochen.

Zürich/Basel. Seit 10 Jahren versichern die
beiden Basler Chemiekonzerne Novartis und Ciba Spezialitätenchemie
beziehungsweise ihre Vorgängerfirmen, die Verantwortung für ihre
„wilden“ Chemiemülldeponien im grenznahen Elsass zu übernehmen.
Doch geschehen ist wenig. Erst vor einem halben Jahr beauftragten
die beiden Firmen unter grossem öffentlichen Druck ein
spezialisiertes Fachlabor mit der Untersuchung der Elsässer
Giftlagerstätten. Seitdem versprechen die beiden Basler Multis, die
betroffene Bevölkerung über die Resultate ihrer Untersuchungen zu
informieren. Nur: Bis heute ist dies nicht geschehen. Deshalb hat
Greenpeace eigene Proben entnommen. Aus den Bohrlöchern des im
Auftrag der chemischen Industrie die Deponien untersuchenden
Labors. Die Resultate sprechen für sich: Über 84 zum Teil giftige
Stoffe wies das unabhängige Laboratorium MPU (Mess- und Prüfstelle
Technischer Umweltschutz GmbH, Berlin) in einer Wasserprobe aus
einem Bohrloch bei der Deponie Le Letten in Hagenthal-le-Bas nach.
Fazit vom MPU: „Dieses Wasser ist chemisch belastet“.Die gefunden
Stoffe stammen aus der Chemiemülldeponie Le Letten. Sie sind
weitgehend ein Abbild der damaligen Produktion, insbesondere der
Herstellung von Farbstoffen. Von den in der Wasserprobe
nachgewiesenen Stoffgruppen wie Anilinverbindungen und aromatischen
Stickstoffverbindungen ist bekannt, dass sie zum Teil hochgiftige
und krebsfördernde chemische Substanzen beinhalten. Deshalb fordert
Greenpeace von Novartis und Ciba SC, dass sie unverzüglich die
entsprechenden Schritte zur Totalsanierung aller wilden
Giftmülldeponien in der Region Basel einleitet. Denn was für die
(angeblich) gesicherte Chemiemülldeponie im jurassischen Bonfol
gilt (nämlich die Totalsanierung auf Kosten der Verschmutzer), muss
erst recht für die ungesicherten Deponien der chemischen Industrie
in der Region Basel gelten.

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