Die japanische Regierung reagiert auf die erhöhten Radioaktivitätswerte ausserhalb der Evakuierungszone um Fukushima Daiichi und will jetzt weitere Städte evakuieren. Ein Team von Greenpeace-Strahlenexperten hatte dies aufgrund beunruhigender Messergebnisse am Montag erneut gefordert.

Die japanische Regierung reagiert auf die erhöhten Radioaktivitätswerte ausserhalb der Evakuierungszone um Fukushima Daiichi und will jetzt weitere Städte evakuieren. Ein Team von Greenpeace-Strahlenexperten hatte dies aufgrund beunruhigender Messergebnisse am Montag erneut gefordert.


Fukushima City, 60km vom havarierten AKW entfernt: Die Greenpeace Strahlenexpertin Rianne Teule misst 50–60 mal höhere Radioaktivität als gesetzlich in Lebensmittel erlaubt.

© Greenpeace / Aslund

Noch 60 Kilometer von Fukushima Daiichi entfernt fand das Greenpeace-Team in Bodenproben deutlich erhöhte Strahlenwerte. Auf einem Kinderspielplatz in Fukushima City betrugen die Werte bis zu 4 Mikrosievert pro Stunde, in einem Schrein in der Stadt Koriyama 2,8 Mikrosievert pro Stunde. In Gemüseproben aus Gärten bei Fukushima City, Koriyama und Minamisoma lag die radioaktive Belastung teilweise um das 10- bis 25-fache über den offiziellen Grenzwerten.

Eine Analyse von Bodenproben an der Kyoto-Universität zeigt, dass 80 Prozent der gemessenen Radioaktivität von Cäsium-Isotopen stammt. Die Kontamination ist so hoch, dass die maximal tolerierbare Dosis von 1000 Mikrosievert pro Jahr von der Bevölkerung in wenigen Wochen aufgenommen würde. Mit einer Halbwertszeit von rund 30 Jahren stellt Cäsium-137 eine sehr langfristige Belastung dar.

Die Regierung zieht jetzt zumindest teilweise die Konsequenzen aus den erhöhten Radioaktivitätswerten und will auch die Städte Namie, Iitate und die noch bewohnten Teile von Minamisoma evakuieren. Allerdings wollen sich die Behörden dafür einen Monat Zeit lassen.

Greenpeace fordert erneut, Kinder und schwangere Frauen in den belasteten Gebieten sofort zu evakuieren. Ausserdem müssen Fukushima City und Koriyama und die umliegenden Gebiete offiziell zur Schutzzone erklärt werden. Das heisst, dass in dem Gebiet, in dem 1 Million Menschen leben, systematische Strahlenmessungen durchgeführt werden.

„Die Bevölkerung muss klare Informationen erhalten und ausreichend geschützt werden. Die Regierung kann nicht so tun, als gehe das Leben einfach weiter“, so Thomas Breuer vom Greenpeace-Strahlenteam.

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