Die Atompläne der japanischen Regierung haben einen Dämpfer erlitten. Ein Gericht hat gestern entschieden, dass zwei Reaktoren im AKW Takahama nicht wieder hochgefahren werden dürfen.

Die Atompläne der japanischen Regierung haben einen Dämpfer erlitten. Ein Gericht hat gestern entschieden, dass zwei Reaktoren im AKW Takahama nicht wieder hochgefahren werden dürfen.


Das japanische AKW Takahama bleibt ausgeschaltet

Das Urteil ist erst einmal ein Erfolg für die Bewohner der Region, in der das AKW Takahama steht. Sie hatten sich dagegen gewehrt, dass die nach der Katastrophe von Fukushima abgeschalteten Reaktoren wieder hochgefahren werden. Gestern hat das Bezirksgericht der Provinz Fukui den Bewohnern mit einer einstweiligen Verfügung Recht gegeben: Takahama bleibt abgeschaltet. «Das ist eine empfindliche Niederlage für den AKW-Betreiber Kansai Electric, aber es ist ein grosser Sieg für die Menschen in den Regionen Fukui und Kansai», sagt Hisayo Takada, Klima- und Energie-Campaignerin bei Greenpeace Japan.

«Sieg für die Erneuerbaren»
Der Entscheid des Bezirksgerichts ist aber auch ein Erfolg für alle Japaner. Denn landesweit sind weitere ähnliche Verfahren hängig. Die Pläne der Regierung von Premierminister Shinzo Abe werden in Frage gestellt. Abe will die seit der Katastrophe von Fukushima stillstehenden AKW schnell wieder hochfahren. Aktuell diskutiert eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Regierung, Handel und Industrie über den zukünftigen Strommix Japans. Greenpeace-Campaignerin Takada ist überzeugt, dass das Urteil zu Takahama diese Diskussionen beeinflussen wird: «Es ist ein grosser Sieg für die erneuerbaren Energien – und damit für eine sichere und unabhängigere Energieversorgung Japans.»

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