Die dritte Verhandlungsrunde der UN zu einem globalen Rahmenvertrag für den Schutz der Ozeane geht heute in New York ohne konkretes Ergebnis zu Ende.

Mehr als 190 Länder nahmen an den zweiwöchigen Debatten um ein Hochseeschutzabkommen teil. Im Frühjahr nächsten Jahres wollen die UN in einer vierten und letzten Abstimmungsrunde entscheiden. Ein solches Abkommen kann die Grundlage dafür bieten, 30 Prozent der Ozeane bis zum Jahr 2030 unter Schutz zu stellen. Die UN-Verhandlungen kommentiert Greenpeace-Meeresexpertin Sandra Schöttner:

„Die Ozeane sind eine unserer wichtigsten Lebensquellen: Sie produzieren
mindestens die Hälfte unseres Sauerstoffs, liefern Nahrung für rund eine
Milliarde Menschen und machen unseren Planeten klimatisch überhaupt erstbewohnbar. Dennoch fehlt vielen Ländern noch immer der politische Wille, die Meere nicht nur auszubeuten, sondern vor Klimakatastrophe und
Artensterben zu schützen – das ist absolut unverantwortlich.

Von China, dem Gastgeberland der nächsten Artenschutzkonferenz im Jahr
2020, erwarten wir wesentlich mehr Ehrgeiz, das dramatische Artensterben
im Meer zu stoppen. Und auch die EU enttäuscht, wenn sie scheinbare
Lösungen vorschlägt, die nicht ausreichen, um eine echte Kehrtwende zu
erzielen. Deutschland als starkes EU-Mitglied und Geburtshelfer dieser
UN-Verhandlungen muss die europäische Gemeinschaft zu deutlich
ambitionierterem Meeresschutz drängen als bisher.

Die UN-Verhandlungen sind unsere historische Chance: Wir brauchen starke Regeln, um mindestens 30 Prozent der internationalen Gewässer vollständig vor menschlichem Zugriff zu schützen und den Ozeanen eine Chance zum Überleben zu geben.“


Für Rückfragen erreichen Sie Dr. Sandra Schöttner in New York
(Zeitunterschied minus 6 Std.) unter Tel. 0151 56904445.