Die Axpo hat offenbar kein Interesse daran, die Bevölkerung offen über die Risiken des AKW Beznau zu informieren. Die Betreiberin des ältesten AKW der Welt weigert sich, sich einem öffentlichen Hearing zum Zustand von Beznau zu stellen und echte Transparenz zum Zustand des geschwächten Herzstück des Reaktors zu schaffen.

Eine breite Koalition von über 40 Organisationen hat Mitte Mai eine öffentliche Forderung an die Axpo gestellt: Die Verantwortlichen des Energiekonzerns sollen sich einem öffentlichen Hearing stellen zum Zustand des Reaktordruckbehälters von Beznau 1 und sämtliche relevanten Berichte offenlegen. Dies aufgrund des besorgniserregenden Funds von fast 1000 Schwachstellen in dieser zentralen Komponente des AKW und der intransparenten Kommunikationspolitik der Axpo.

Ende Mai hat nun die Axpo Greenpeace Schweiz in einem Brief mitgeteilt, sie erachte ein Hearing als «nicht zielführend». Befragungen durch die Parlaments-Kommissionen fänden immer wieder statt, und für die Bevölkerung sei im November 2015 eine öffentliche Informationsveranstaltung durchgeführt worden. Auch die Medien würden regelmässig an Medienkonferenzen informiert, so die Axpo.

Schluss mit der Häppchen-Information
Mit dieser Begründung versucht die Axpo vom eigentlichen Kern des Problems abzulenken: «An solchen Veranstaltungen wird immer nur der kleine Teil der Wahrheit erzählt, den die Axpo für angebracht hält», sagt Greenpeace-Kampagnenleiter Christian Engeli. Die Forderung von Greenpeace Schweiz und 40 weiteren Organisationen verlangt aber mehr als diese häppchenweise, sorgfältig gesteuerte Informations-Politik: Einen echten Dialog auf Augenhöhe unter Kenntnis sämtlicher Fakten. Dazu gehört beispielsweise die Veröffentlichung eines Berichts zur Versprödung des Reaktordruckbehälters aus dem Jahr 2012, der Greenpeace nur fast vollständig geschwärzt zugestellt worden ist – entgegen der Empfehlung des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten.

«Die Bevölkerung hat ein Recht, alle Fakten zu kennen», hält Engeli fest. Die Bevölkerung soll dieses Recht nun einfordern können. Um die Axpo doch noch zur Teilnahme am Hearing zu bewegen, ruft Greenpeace ab heute auf der Kampagnen-Seite byebyebeznau.ch die Bevölkerung dazu auf, eine persönliche Einladung zum Hearing an Axpo-CEO Andrew Walo zu senden. Zur Veranschaulichung der intransparenten Axpo-Kommunikation wurde ausserdem heute die Homepage von Greenpeace Schweiz eingeschwärzt, ebenso weitere Kommunikationsmittel wie Newsletter, Social-Media-Nachrichten und diese Medienmitteilung. 

Für weitere Informationen:

Christian Engeli, Kampagnenleiter Greenpeace Schweiz, 079 947 91 04,

Thomas Mäder, Mediensprecher Greenpeace Schweiz, 044 447 41 74,