Rund dreieinhalb Stunden nach Beginn hat die Neuenburger Polizei heute um 10:45 Uhr die Greenpeace-Aktion bei Fleurier im Val de Travers NE gewaltsam geräumt. Der Transport mit hochradioaktivem Müll aus dem AKW Mühleberg setzte daraufhin seine Fahrt in Richtung Dünkirchen F fort, von wo er nach Sellafield GB verschifft wird. Dort soll der hochaktive Abfall „wiederaufbereitet“ werden, wobei die Menge radioaktiven Mülls vervielfacht wird.

Neuchâtel. Die Neuenburger Polizei ging bei der Räumung nicht gerade zimperlich vor: Sie riss die aneinandergeketteten AktivistInnen kurzerhand von der Strasse. Kaum war die Sperre aufgehoben, setzten die beiden Atommülltransporter ihre Fahrt fort. Ihr Ziel ist die Wiederaufarbeitungsanlage in Sellafield GB, wo deren Anwohner durch die radioaktiven Abwässer einer stark erhöhten Strahlung ausgesetzt sind. Die Neuenburger Polizei nahm einen Aktivisten zur Einvernahme mit und bewachte die ganze Greenpeace-Gruppe, um weitere Aktionen zu verhindern. Greenpeace fordert mit der neuerlichen Aktion den Ausstieg aus der unsinnigen Wiederaufarbeitung. Der Atommüll aus den Schweizer AKW soll am Ort ihrer Entstehung, also beim AKW, gelagert werden. Damit entfallen einerseits die gefährlichen Transporte auf Schiene und Strasse, andererseits wird die Menge radioaktiven Mülls nicht vervielfacht und überaus gefährliches, waffenfähiges Plutonium produziert. Ausserdem würde sich die Schweiz nicht mehr länger der massiven Strahlenbelastung im Umfeld von Sellafield und La Hague (F) schuldig machen – einer Strahlung, welche in der Schweiz schlicht nicht erlaubt wäre.

Kontakt: Stefan Füglister, Koordinator der Atomkampagne 01 / 447 41 41