Wer über Atomtransporte informiert, muss in Frankreich künftig mit hohen Strafen rechnen. Denn Paris hat kürzlich ein Dekret verabschiedet, wonach jegliche Information über nukleares Material dem Militärgeheimnis unterliegt. Greenpeace ist direkt von diesem Dekret betroffen und muss mit hohen Gefängnisstrafen rechnen. Doch die Umweltorganisation lässt sich nicht einschüchtern und fordert, dass Frankreich die Produktion und den Transport des hochgefährlichen Plutoniums einstellt.

Zürich/Paris. Die französischen Behörden unterstellten kürzlich sämtliche Informationen über nukleares Material dem Staatsgeheimnis. Dies unter dem Vorwand, die Risiken eines katastrophalen Unfalls oder einer terroristischen Attacke mindern zu wollen. In Tat und Wahrheit zielt dieses Dekret allerdings direkt auf Greenpeace. Die Umweltorganisation hat in den vergangenen Monaten beharrlich und mit diversen Aktionen auf die Gefahren der französischen Plutoniumtransporte hingewiesen und die Öffentlichkeit über die Risiken informiert. Die französischen Behörden verlangen nun, dass Greenpeace die Website www.stop-plutonium.org sofort vom Netz nimmt. Greenpeace weigert sich jedoch und wehrt sich gegen diesen Maulkorb.

Yannick Rousselet, Atom-Experte bei Greenpeace sagt dazu: „Statt den Überbringer der schlechten Nachricht zum Schweigen bringen zu wollen, sollte die französische Regierung lieber das Risiko selbst aus der Welt schaffen.“

Denn Fakt ist: Zwei bis dreimal pro Woche rollt ein Plutoniumtransport durch ganz Frankreich, jeweils mit genug Plutonium an Bord, um rund 30 Atomwaffen herzustellen. Von Frankreich aus wird Plutonium auch in Form von MOX-Brennelementen in die Schweiz (Atomkraftwerk Beznau) geliefert.

Greenpeace wird trotz Strafandrohung weiterhin Informationen zu diesem Thema veröffentlichen. Zudem wird Greenpeace das Dekret auf juristischer Ebene bekämpfen. Unterstützt wird die Umweltorganisation dabei von der Medienorganisation „Reporters sans frontières“ und dem unabhängigen renommierten Strahlenforschungsinstitut CRIIRAD.

Kontakt:

Yannick Rousselet, Greenpeace Frankreich, 0033 (0) 6858 06559

Eva Geel, Atomkampagne Greenpeace Schweiz 01 / 447 41 24