Eine Ausstellung im COALMINE Forum für Dokumentarfotografie mit Manuel Bauer.
Die COALMINE in Winterthur präsentiert vom 30. Oktober bis 18. Dezember 2015 den Publikumspreis des Greenpeace Photo Award 2014 in Zusammenarbeit mit Greenpeace und in Medienpartnerschaft mit «GEO».

Als Folge der globalen Klimaerwärmung fehlt dem nepalesischen Dorf Sam Dzong mit seinen 85 Einwohnern das Wasser. Nun müssen die Bewohner ihre seit Generationen angestammte Heimat an der tibetischen Grenze verlassen und sich mit all ihrem Hab und Gut ein neues Zuhause suchen – ein moderner Exodus. Das Projekt «Sam Dzong – Ein Dorf zieht um» von Manuel Bauer (*1966, lebt und arbeitet in Winterthur) ist wesentlich mehr als eine fotografische Dokumentation.

Als der Fotograf Manuel Bauer 2008 zum ersten Mal nach Mustang fand, wollte er eigentlich bloss das lange für Reisende gesperrte ehemalige Königreich besuchen. Doch eines Nachts standen drei Männer aus dem entlegenen Dorf Sam Dzong vor seiner Tür. Sie hatten erfahren, dass in Mustang ein Mann weilte, der den Dalai Lama im Unterhemd gesehen habe. Also musste er wichtig sein und für sie – Buddhisten tibetischer Abstammung – der richtige, um ihre Verzweiflung anzuhören: dass die Wasserknappheit ihre Felder seit mehreren Jahren verdorren liess. Das Wort «Klimawandel» fehlte in ihrem Wortschatz. Dieser bewirkt, dass die einst ergiebigen Quellen mehr und mehr austrocknen, mit der Konsequenz, dass die Bauern ihre Felder nicht mehr wässern und ihre Familien nicht mehr ernähren können. Sie sind der «Kollateralschaden» einer Entwicklung, die irgendwo in weiter Ferne stattfindet.

Peter Pfrunder, Direktor der Fotostiftung Schweiz und Leiter der internationalen Jury des Greenpeace Photo Award 2014, schreibt: «Manuel Bauers Projekt ist wesentlich mehr als eine fotografische Dokumentation. Berichterstattung und aktives Handeln sind darin eng aneinandergekoppelt, und der Fotograf ist teilnehmender Beobachter im besten Sinn: Seinen Recherchen und Bildern ist es zu verdanken, dass er die Wassernot der Dorfbewohner und die verzweifelte Suche nach einem Ausweg als leicht verständliche, dramatische, aber auch berührende Geschichte erzählen kann. Bereits bisher konnte er damit beachtliche Unterstützung und materielle Hilfe mobilisieren. Das Vertrauen der porträtierten Menschen, die gekonnte Veranschaulichung komplexer Zusammenhänge sowie eine tiefe Faszination für die Schönheiten von Natur und Kultur – all dies zeichnet Manuel Bauers Fotoarbeit aus. Sam Dzong wird darin zu einem exemplarischen Fall, einer Metapher für viele ähnliche Klima-Notfälle auf der ganzen Welt.» 

Die Partnerschaft – Greenpeace Photo Award
Die COALMINE präsentiert den Publikumspreis des Greenpeace Photo Award 2014 in Zusammenarbeit mit Greenpeace. Greenpeace sucht einen neuen Blick auf ökologische Themen. In Medienpartnerschaft mit dem Reportagemagazin GEO wurde der diesjährige Greenpeace Photo Award zum Thema Umwelt öffentlich ausgeschrieben. Nicht fertige Fotoarbeiten wurden gesucht, sondern noch nicht veröffentlichte Fotoprojekte.

Aus den über hundert eingereichten Arbeiten von professionellen Fotoschaffenden aus der Schweiz und Deutschland wurden von einer Jury (Peter Pfrunder, Direktor der Fotostiftung Schweiz, Ingo Taubhorn, Kurator Deichtorhallen Hamburg, und Ruth Eichhorn, Bildchefin GEO) acht Projekte nominiert und auf www.photo-award.org der Öffentlichkeit vorgestellt. Über 6000 Besucherinnen und Besucher haben sich an der Abstimmung beteiligt. Die meisten Stimmen erhielt Manuel Bauer. Sein Projekt gewann den Publikumspreis von 8000 Euro.

Zusätzlich wurden von der Jury zwei Jurypreise à je 10 000 Euro an Uwe H. Martin und Dmitrij Leltschuk verliehen. Beide Projekte werden in der COALMINE vom 22. Januar bis 24. März 2016 ausgestellt. Die von Greenpeace finanzierten Preise werden von den Fotografen für die Umsetzung ihrer Projekte verwendet. 2016 werden die Jurypreise in GEO veröffentlicht, der Publikumspreis erscheint im Greenpeace-Magazin.

Vernissage: Donnerstag, 29. Oktober 2015, 18.30 Uhr
Dienstag, 10. November 2015, 18.00 Uhr
Vortrag: Manuel Bauer spricht über Sam Dzong und seine Arbeit


Weitere Auskünfte unter:

www.coalmine.ch

photo-award.org/

http://www.greenpeace.org/switzerland/de/News_Stories/Newsblog/fotoausstellung-manuel-bauer/blog/54434/ (Interview mit Manuel Bauer)

 

Manù Hophan, Projektleitung Greenpeace Photo Award,
, 044 447 41 86

Yves Zenger, Medienbeauftragter von Greenpeace Schweiz,

, 044 447 41 56