Eine unkonventionelle Sampling-Aktion öffnet heute hoffentlich vielen Kundinnen und Kunden der Credit Suisse die Augen – dafür wie die Schweizer Grossbank mit ihren dreckigen Pipeline-Deals in den USA das Trinkwasser von Millionen Menschen gefährdet.

Für Herr und Frau Zugpendler gehören sie längst zum Alltag: Die stets gutgelaunten, zumeist jungen Damen und Herren, die, teils in groteske Kostüme gekleidet, an Bahnhöfen Müsterli von neuen Produkten verteilen, auf die die Welt selten gewartet hat. Für Herr und Frau Credit-Suisse-Kunde hingegen muss der Anblick eines solchen Samplings, wie diese Müsterli-Verteil-Aktionen im Marketing-Jargon genannt werden, vor einer Filiale der Bank ihres Vertrauens doch eher ungewohnt wirken. Noch ungewohnter muss ihnen sodann das konkrete Müsterli vorkommen, das ihnen heute zur Mittagszeit in die Hand gedrückt wird: Eine Flasche «Pure Dakota Spring Water», wie das Etikett verrät. Doch statt dem vermuteten reinen Quellwasser aus den klaren Gewässern North Dakotas, schwimmt in den Fläschchen eine trübe, dreckige, offenbar ölverseuchte Brühe. Offensichtlich ein Etikettenschwindel im Wortsinn.

Mitverantwortung für drohende Öl-Verseuchung
Bei den freundlichen Wasser-Müsterli-Verteilern handelt es sich natürlich nicht um AuftragnehmerInnen der Credit Suisse. Es handelt sich um engagierte Menschen, deren einzige Auftraggeberin ihre Sorge um die Zukunft unseres Planeten und seiner Bewohner ist, kurz: um Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten. Rund 20 von ihnen haben sich heute mit den erwähnten Wasserflaschen vor die grossen CS-Filialen in Zürich, Bern und Basel gestellt, um den Kundinnen und Kunden der Grossbank sowie den Passanten eine unbequeme Wahrheit aufzuzeigen: dass die Credit Suisse eine grosse Mitverantwortung trägt für die drohende Verseuchung des Trinkwassers der Standing-Rock-Sioux und weiterer 17 Millionen Menschen in North Dakota. Besagte Schweizer Bank ist nämlich dick drin im Geschäft mit den Firmen hinter der Dakota Access Öl-Pipeline. Das Skandalprojekt wurde erst kürzlich – nach monatelangen Protesten der Indigenen und tausender WasserschützerInnen – fertiggestellt.

Kein reines Wasser
Herr und Frau CS-Kunde müssen also wohl bald feststellen, dass ihre Lieblingsbank ihnen kein reines Wasser einschenkt: Die Bank gibt vor, das Projekt unter die Lupe genommen zu haben und nach ihren Geschäftsgrundlagen gehandelt zu haben. Doch so viele Augen hat ein Mensch gar nicht, als man hätte zukneifen müssen, um zu übersehen, was für ein Skandal dieses Projekt ist: Heilige Stätten der Sioux, die dem Erdboden gleichgemacht werden. Sicherheitskräfte, die mit Tränengas, Wasserwerfern, Gummischrot, Knüppeln und Hunden auf friedliche Demonstranten losgehen. Eine Pipeline-Betreiberfirma, die mehr Öllecks auf dem Kerbholz hat als jede andere in den USA. Immer mehr Banken machen die Augen auf und steigen aus. Nur die CS schaltet auf stur.

Aber vielleicht … vielleicht macht ja irgendwann, endlich, ein Entscheidungsträger bei der Credit Suisse die Augen auf, wenn Herr und Frau CS-Kunde ihr «Dakota Spring Water»-Fläschchen auf den marmornen Bankschalter-Tresen stellen, aufblicken, und ruhig aber bestimmt sagen: «So nicht!»

© Miriam Künzli/Ex-Press/Greenpeace
© Pascal Staedeli/Greenpeace
© Manuel Zingg/Ex-Press/Greenpeace
© Pascal Staedeli/Greenpeace
© Manuel Zingg/Ex-Press/Greenpeace
© Manuel Zingg/Ex-Press/Greenpeace
© Pascal Staedeli/Greenpeace

PS: Das Wasser in den Fläschchen sieht zwar eklig aus, schmeckt wohl auch nicht gerade deliziös, ist aber eine völlig harmlose Mixtur aus Kürbiskernöl, Lebensmittelfarbe, getrocknetem Kaffeesatz und reinstem Zürcher Hahnenwasser.

 

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