Die EU-Kommission unternahm mit dem heutigen Vorschlag einen ersten kleinen Schritt auf dem Weg nach Kopenhagen, indem sie zum ersten Mal eine konkrete Zahl für die Finanzierung von Klimaschutz-Massnahmen in den Entwicklungsländern nannte. Die genannte Grösse ist bei weitem ungenügend. Damit verpasst sie es, internationale Bestrebungen zur Unterstützung der Entwicklungsländer wirksam zu unterstützen.
«Mit dem heute gesprochenen Geld besteht die Hoffnung, dass die aktuelle Pattsituation bei den Verhandlungen im Vorfeld der Klimakonferenz in Kopenhagen aufgebrochen werden kann. Jedoch versucht die EU mit diesem viel zu kleinen Betrag, sich mit einem Trinkgeld aus der Affäre zu ziehen – statt ihren Anteil der für den globalen Klimaschutz notwendigen Gelder hier und jetzt auf den Tisch zu legen», sagt Joris den Blanken, Leiter der Klima- und Energie-Kampagne von Greenpeace in Brüssel. «Offensichtlich sind sich die EU-Bürokraten nicht bewusst, dass ihr politisches Spielchen bedeutet, dass ganze Landstriche in Afrika oder Indonesien mit einem einzigen Federstrich entwaldet werden», ergänzt Sebastien Risso, der im EU-Büro die Wald-Kampagne leitet.
Greenpeace fordert von den Industrieländern jährlich 110 Milliarden Euro für den internationalen Klimafonds, die EU soll dazu 35 Milliarden Euro beitragen. Mit dem Geld aus dem Klimafonds sollen die Entwicklungsländer einerseits Technologien zur Reduktion ihres CO2-Ausstosses finanzieren, andererseits sollen sie sich zum Beispiel durch Dämme besser vor Überschwemmungen schützen können und die Abholzung ihrer Wälder stoppen. Der heute vorgeschlagene Betrag entspricht nicht einmal der Hälfte der notwendigen Gelder und muss neu verhandelt werden.
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