Erfolge

Die grössten Erfolge aus der Greenpeace-Geschichte

2024: Klimaschutz ist ein Menschenrecht

Der Verein KlimaSeniorinnen Schweiz, der von Greenpeace unterstützt wird, erringt in Strassburg nach 9 Jahren Kampf für Klimagerechtigkeit einen historischen Sieg: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) urteilt, dass die Schweiz die Menschenrechte der älteren Frauen verletzt, weil das Land nicht das Nötige gegen die fortschreitende Klimaerwärmung tut. Das Urteil ist ein Präzedenzfall für alle 46 Staaten des Europarates und hat weltweit Signalwirkung.

1991: Das Antarktisschutzabkommen

Was heute der Arktis droht, die Zerstörung unberührter Natur zwecks Rohstoffausbeutung, das droht 1982 der Antarktis. Die Staaten beginnen, den Kuchen unter sich aufzuteilen. Mit einer jahrelangen Kampagne und eigenen Expeditionen gelingt es Greenpeace, das Blatt zu wenden. 1991 entsteht das Umweltschutzabkommen zum Antarktisvertrag, das den kommerziellen Rohstoffabbau für mindestens 50 Jahre unterbindet. 1997 wird das Abkommen von Japan als letztem Staat ratifiziert.

1982: Das Walfangmoratorium

Grosswale sind durch die Waljagd vom Aussterben bedroht. 1970 gibt es weltweit keine 6000 Blauwale mehr. Bei anderen Walarten sieht es ähnlich aus. Ab 1973 stellt sich Greenpeace den Jägern entgegen und dokumentiert deren Treiben. Zum ersten Mal gelangen Bilder von der Jagd an die Öffentlichkeit. Nach heftigen Protesten beschliesst die Internationale Walfangkommission (IWC) 1982 das Verbot des kommerziellen Walfangs – ein riesiger Erfolg. Doch der Protest geht bis heute weiter, nun gegen japanische Walfänger, die das Verbot unterlaufen.

1974: Frankreich beendet die atmosphärischen Atomtests

In den 1960er-Jahren beginnt Frankreich mit Atomtests im Südpazifik. Die Auswirkungen auf Menschen und Umwelt werden völlig ignoriert. Ab 1972 sollen die Versuche sogar noch ausgeweitet werden. David McTaggart erfährt davon und hört zum ersten Mal von Greenpeace. Spontan benennt er sein Boot, die Vega, um in Greenpeace III und legt ab, um zu protestieren. Zwei Jahre lang legt er sich mit dem französischen Staat an. 1974 gibt Frankreich das Ende der atmosphärischen Tests bekannt.

Weitere Erfolge

  • 2023 zahlen sich 20 Jahre Kampagnenarbeit von Greenpeace aus als die Vereinten Nationen ein Abkommen zum Schutz der Meere beschliessen. Sobald der Vertrag von mindestens 60 UN-Staaten ratifiziert ist, wird es möglich, bis 2030 in 30% der Ozeane Meeresschutzgebiete einzurichten.
  • 2020 werden im Kongobecken Abholzungspläne storniert. Eine hartnäckige Kampagne von Greenpeace veranlasst den Kautschuk-Konzern «Halcyon Agri», seine Waldrodungen in einem Gebiet im Kongobecken in Kamerun auszusetzen. Seit 2019 bewirtschaften zwei Gemeinden in der Demokratischen Republik Kongo ihre Wälder ohne Zerstörung und verbessern ihre Lebensbedingungen.
  • 2018 verbieten die Schweiz und die EU drei für Bienen besonders giftige Pestizide aus der Gruppe der Neonicotinoide. Dieser Entscheid ist einer über sechs Jahre intensiv geführten Kampagne zu verdanken, die von einer Handvoll Greenpeace-Freiwilligen in der Schweiz in die Wege geleitet worden war.
  • 2017 gibt es auch für die Arktis erfreuliche Nachrichten: Nach einer langen und intensiven Greenpeace-Kampagne ist der Fischfang in einem Gebiet rund um den Nordpol, das 65-mal so gross ist wie die Schweiz, verboten. Sechzehn Jahre lang darf auf der festgelegten Fläche nicht gefischt werden, danach soll die Vereinbarung alle fünf Jahre erneuert werden.
  • 2016 ist es endlich soweit: Nachdem Greenpeace seit Jahren als Teil der Antarctic Ocean Alliance den Schutz der Antarktis fordert, wird im Oktober in Australien das weltweit grösste Meeresschutzgebiet beschlossen. Zukünftig sind in dem ökologisch bedeutsamen Gebiet 1,55 Millionen Quadratkilometer geschützt, was der Fläche von Deutschland, Frankreich und Grossbritannien zusammen entspricht.
  • 2015 lanciert Greenpeace die Detox-Outdoor-Kampagne, um die gefährlichen PFC-Chemikalien aus der Outdoor-Bekleidung zu verbannen.
    Nach zwei Jahren Kampagnenarbeit teilt die Firma Gore Fabrics, Produzentin von GORE-TEX®, mit, künftig auf gefährliche PFC zu verzichten. Sie ist einer der Hauptlieferanten von Membranen und Beschichtungen für Outdoor-Marken wie Mammut, The North Face etc.

  • 2010 reagiert der Konzern Nestlé auf die kurze, weltweite Greenpeace-Kitkat-Kampagne. Nestlé verkündet, ab sofort kein Palmöl mehr von Lieferanten zu beziehen, die den indonesischen Urwald zerstören.
  • 2006 wird der kanadische Great Bear Rainforest, Heimat des Grizzlybären, nach neun Jahren Kampagne zu einem Drittel unter Schutz gestellt. Die anderen zwei Drittel dürfen nachhaltig genutzt werden. Der Great Bear Rainforest ist einer von ganz wenigen verbliebenen Regenwäldern in den gemässigten Zonen.
  • 2004 startet Greenpeace mit der Arbeit gegen gefährliche Chemikalien in elektronischen Geräten. Auch wenn noch nicht alles im grünen Bereich ist – der «Greener Guide to Electronics» hat inzwischen einiges bewegt. Die Arbeit geht weiter.
  • 1997 revolutioniert Greenpeace mit dem Greenfreeze den Kühlschrankmarkt. Der Greenfreeze funktioniert ohne Einsatz von klimaschädlichen FKW/FCKW. Heute werden jährlich 35 Millionen Stück davon produziert und weltweit verkauft.
  • 1995 verzichtet der Konzern Shell nach einer spektakulären Greenpeace-Kampagne darauf, die ausgediente Ölplattform Brent Spar im Atlantik zu entsorgen.
  • 1993 verbietet die London Dumping Convention, radioaktive und andere Industrieabfälle im Meer zu verklappen. Dem Verbot geht eine 15 Jahre währende Greenpeace-Kampagne voraus.

Greenpeace heute

Aus dem kleinen, friedensbewegten Haufen ist eine moderne, internationale Organisation mit Büros in über 55 Ländern geworden. Doch die Grundprinzipien sind gleich: Gewaltfreiheit und absolute Unabhängigkeit von Wirtschaft und Politik. Und auch ihr Markenzeichen: direkte, oft spektakuläre Aktionen.

Grosse Umweltprobleme sind untrennbar miteinander verknüpft: Energieerzeugung, Landwirtschaft und Verkehr bereiten nicht nur an sich enorme Schwierigkeiten. Sie stehen in engem Zusammenhang mit dem grössten Problem – der globalen Klimaerhitzung. Als internationale Organisation kann Greenpeace dagegen global mobil machen.


WhatsApp
Share
Email
Tweet
Share