Am späten Montagabend haben Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten an der Ölbohrinsel GSP Saturn im Hafen von Ijmuiden in den Niederlanden protestiert. Mit der Plattform will Gazprom in Kürze in die Arktis aufbrechen.

Am späten Montagabend haben Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten an der Ölbohrinsel GSP Saturn im Hafen von Ijmuiden in den Niederlanden protestiert. Mit der Plattform will Gazprom in Kürze in die Arktis aufbrechen.

Dienstag, 27. Mai 2014

© Greenpeace / Protest an Gazprom-Bohrinsel

 

Insgesamt waren dreissig Aktivistinnen und Aktivisten aus fünf Ländern an der GSP Saturn, um gegen die mit der Plattform geplanten Ölbohrungen zu protestieren. Die Arktisschützerinnen und Arktisschützer konnten mehrere Banner an der Aussenfassade der Plattform anbringen, sie malten die Forderung «Save The Arctic» an eine Wand. Unter Wasser konnten sie Ketten an den Verankerungen der Bohrinsel befestigen.

Greenpeace Deutschland Ölexperte Jörg Feddern kommentiert: «Die Aktivistinnen und Aktivisten setzen sich im Namen von Millionen Menschen weltweit für den Schutz der Arktis ein. Während der Klimawandel voranschreitet und das Meereis verschwindet, dringt Gazprom immer tiefer in die Arktis vor, um nach mehr Öl zu bohren. Dieses rücksichtslose Verhalten muss ein Ende haben!»

Gazprom will mit der GSP Saturn ein Ölfeld in der Petschorasee ausbeuten. Mit der Ölplattform Prirazlomnaya fördert der russische Staatskonzern hier bereits seit einem halben Jahr Öl. Nach Protesten an dieser Plattform waren im letzten Jahr 28 Arktisschützerinnen und Arktisschützer, darunter der Schweizer Marco Weber, sowie zwei Medienschaffende festgenommen worden. Sie mussten zwei Monate in russischer Untersuchungshaft verbringen. Vor drei Wochen protestierten bei der ersten Öllieferung von der Prirazlomnaya achtzig Aktivistinnen und Aktivisten im Hafen von Rotterdam.

Symbol einer Krise

Die GSP Saturn hat bislang keine Ölbohrungen unter den extremen Bedingungen durchgeführt, die in der Petschorasee vorherrschend sind. Auf einen Ölunfall wäre Gazprom nur schlecht vorbereitet. Die kürzlich veröffentlichte Zusammenfassung eines Notfallplans offenbarte grobe Sicherheitsdefizite.

Für die Erschliessung weiterer Ölfelder in der Arktis haben Gazprom und Shell im letzten Jahr eine Zusammenarbeit angekündigt. Nach einer Pannenserie pausiert Shell derzeit mit seinen eigenen Bohrprojekten vor der Küste Alaskas.

«Die GPS Saturn ist das Symbol einer Krise. Auf der Jagd nach dem letzten Tropfen Öl machen Ölunternehmen im Westen und Osten gemeinsame Sache. Um der Zukunft unseres Planeten willen müssen wir diese Entwicklung aufhalten und den konsequenten Ausbau der Erneuerbaren forcieren. Das gebietet der gesunde Menschenverstand,» so Feddern.

 

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