Heute tritt der globale Ozeanvertrag in Kraft – ein Meilenstein für den Schutz und die Nutzung der Hochsee. Der Vertrag ist das bedeutendste Umweltabkommen seit dem Pariser Klimaabkommen. Während der Erfolg weltweit gefeiert wird, hinkt die Schweiz hinterher. Sie hat den Vertrag noch nicht ratifiziert. Die entsprechende Botschaft des Bundesrates lässt auf sich warten.
Jahrzehntelange Verhandlungen
Der globale Ozeanvertrag – oder auch: das UNO-Hochseeschutzabkommen – entstand aus jahrzehntelangen Verhandlungen, da bisher nur 0,9% der Hohen See geschützt sind. Angesichts von Überfischung, Umweltverschmutzung und dem Verlust der biologischen Vielfalt wuchs der Druck auf die internationale Gemeinschaft zu handeln. Nach mehr als 15 Jahren Gesprächen einigten sich die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen im Juni 2023 auf das Abkommen. Seither haben 81 Staaten das Abkommen ratifiziert, zuletzt China am 23. Dezember 2025.
Anerkennung für Greenpeace-Kampagne mit Wandgemälden
Dieser bedeutende Erfolg ist heute auf der ganzen Welt sichtbar: Künstler:innen, indigene Völker, Aktivist:innen und lokale Gemeinschaften aus 13 Ländern auf 5 Kontinenten haben sich zusammengetan und vom Meer inspirierte Wandgemälde geschaffen. Sie feiern damit die jahrzehntelange Greenpeace-Kampagne, die den Schutz der Meere immer wieder ins Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit gerückt hat. Diese Werke sind mehr als nur Kunst – sie sind der Beweis dafür, dass Regierungen zuhören und echte Veränderungen stattfinden, wenn Menschen zusammenstehen. Der Ozean hat eine Stimme. Und heute wird sie auf den Strassen der ganzen Welt gehört.
Die Schweiz hinkt hinterher
Die Schweiz hat den Ozeanvertrag Anfang 2025 unterschrieben, aber noch nicht ratifiziert. Das heisst, der Vertrag ist seitens der Schweiz nicht rechtskräftig. Dazu braucht es einen Entscheid des Parlaments. Der Prozess startet, sobald der Bundesrat eine entsprechende Botschaft an den National- und Ständerat vorgelegt hat. Ohne Ratifikation gibt es für die Schweiz keinen Platz am Verhandlungstisch, wenn es um die konkrete Umsetzung des Abkommens geht. Das heisst, die Schweiz vergibt die grosse Chance, von Anfang an mitzuentscheiden über Schutz und Nutzung der Hochsee.
Zudem: Ohne ausreichende Finanzierung, keine Ratifikation. Der Ständerat hat im Dezember den entsprechenden Budgetposten (Freiwillige Beiträge an internationale Kommissionen und Organisationen) beim Departement für Umwelt, Verkehr Energie und Kommunikation um 4 Millionen Franken gekürzt. Wir fordern den Nationalrat auf, dies in der Frühlingssession zu korrigieren. Die zuständige Kommission tagt am 26. Januar.


