Erinnern Sie sich noch an Ihr Teeniezimmer, liebe Leser:innen? Ich hatte in meinem ein zirka drei Meter breites Poster eines karibischen Strands hängen. Die Idylle pur – und DAS Traumreiseziel meines 15-jährigen Ichs. Heute hat es mir die nordische Küste mit ihrem dunklen Sand, den braungrünen Dünengräsern und dem tiefblauen Wasser mehr angetan. Eine andere Art der Idylle.
Aber egal, ob Sie den exotischen Traumstrand oder die raue Nordseeküste bevorzugen, die schlechte Nachricht ist: Beides ist bedroht – je länger, je mehr. In Europa stösst die Ostsee an ihre Belastungsgrenzen (S. 16). Nicht nur dehnen sich durch Schleppnetzfischerei und landwirtschaftliche Schadstoffe entstandene Todeszonen immer weiter aus; Plastik, Bomben und Gift machen ihr zusätzlich zu schaffen (S. 28). Auf der anderen Seite der Erde wollen gierige Firmen – natürlich auch eine aus der Schweiz (S. 14) – Metalle am Meeresboden abbauen, wodurch die Biotope bisher unerforschter Lebewesen zerstört würden (S. 10). Und inmitten all dieser Meereskrisenherde prüft die Schweiz bis Anfang Oktober das UN-Hochseeschutzabkommen und stellt im Parlament anschliessend die Frage, ob und inwiefern unser Land Verantwortung für den internationalen Meeresschutz zu tragen hat (S. 31).
Die Antwort ist klar: Wer, wie die Schweiz, von den Ozeanen profitiert, hat diese auch zu schützen.
Danielle Müller, Redaktionsleitung
