Die Auditorenfirma SGS, die ihren Hauptsitz in Genf hat, gewährt spanischen Pinien- und Eukalyptus-Plantagen das höchste ökologische Siegel. Dabei werden Chemikalien im Übermass verwendet, das Forstwirtschaftungssystem fördert Erosion, die Reduzierung der Waldressourcen sowie das Schwinden der Artenvielfalt und die Natur wird aus dem Gleichgewicht gebracht.


Titelseite des Reports zu SGS

Zürich. Die SGS (Société Générale de Surveillance) ist weltweit Marktführerin auf den Gebieten der Inspektion, Kontrolle und Zertifizierung entlang der gesamten Beschaffungskette von Gütern. 2006 verursachte die SGS ein grosses Skandal beim FSC (Forest Stewardship Council), weil sie auf unangemessene Weise Zertifikate in Guyana und Polen verliehen hatte. Nun hat in Spanien die FSC-Zertifizierung von Eukalyptus-Plantagen der Firma NORFOR die mangelnde Qualität der SGS-Zertifizierung erneut unter Beweis gestellt. Der internationale FSC-Akkreditierungsdienst hat die Befürchtungen der Umweltverbände überprüft und bestätigt, dass die SGS gravierende Fehler im Rahmen der Auditierung gemacht hat.

Die Regionen, wo sich die Plantagen befinden, leiden seit Jahren sowohl ökologisch als auch ökonomisch unter den Folgen des furchtbaren Einflusses der ENCE-Groupe, zu der auch die NORFOR gehört. Die Monokulturen und der Handel mit dem Eukalyptus-Holz haben eine Verarmung und das Verlassen von ländlichen Gemeinden und vom Waldland zur Folge gehabt. Andere Auswirkungen sind eine hohe Brandgefahr, die intensive Bodenerosion, der Verlust der Artenvielfalt, die Zerstörung der Ressourcen, die Verschmutzung von Bächen und Grundwasser durch die Verwendung grosser Mengen von Pestiziden und der Verlust der Landschaften.

Greenpeace fordert die Schweizer Gruppe SGS (Société Générale de Surveillance) dringend auf, die Glaubwürdigkeit des FSC-Labels für Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung nicht weiter durch Vergabe von ungerechtfertigten Zertifikaten zu gefährden. Die SGS sollte ihre gegenwärtigen Methoden eingehend einer Revision  unterziehen und die Prinzipien der Qualität, Unabhängigkeit und Unparteilichkeit nicht nur auf ihrer Website kommunizieren, sondern auch umsetzen.

Das international anerkannte FSC-Siegel ist eine strenge ökologische Zertifizierung und wird von Greenpeace und den meisten anderen Umweltorganisationen unterstützt. Denn beim FSC-Zertifikat wird die Erfüllung konkreter Anforderungen auf der Ebene des Einzelbetriebes streng kontrolliert, um dem Verbraucher zu garantieren, dass das Holz aus ökologisch nachhaltiger und sozialverantwortlicher Forstwirtschaft stammt. Der FSC zertifiziert Wälder und Produkte jedoch nicht selber, sondern überlässt dies unabhängigen Unternehmen, welche auf Zertifizierungen spezialisiert sind, wie es eben die SGS ist. «Es ist kein perfektes System aber beim FSC arbeiten wir aktiv an Verbesserungen, an der Lösung von Problemen sowie an der Erhaltung der Integrität.» erklärt Miguel Ángel Soto, Verantwortlicher für die Waldkampagne von Greenpeace Spanien. So nimmt der FSC im Moment auch eine Revidierung ihrer Plantagen-Politik vor.

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