Noch vor kurzer Zeit war ein Krieg in Europa für die meisten von uns kaum vorstellbar. Doch die schrecklichen Bilder aus der Ukraine sind real. Greenpeace ist eine Umweltorganisation. Und als Friedensorganisation entstanden, tragen wir den Wert der Gewaltfreiheit bei all unseren Aktivitäten mit uns und haben Umweltschutz immer auch als Frieden zwischen Natur und Mensch verstanden. In Situationen wie dieser sind unser Mitgefühl, unsere Solidarität und unsere Nächstenliebe gefragt. Wir dürfen uns niemals von Menschen in Not abwenden. Wir sind der festen Überzeugung, dass diese Werte auch zentral sind für die Lösung der grossen planetarischen Krisen, in denen wir uns befinden.

Flüchtenden Menschen helfen

Menschen verbringen aus Angst vor russischen Raketenangriffen die Nächte in U-Bahnstationen. Sie fliehen nur mit dem Nötigsten ausgestattet aus ihrer Heimat und hoffen auf Schutz und Gastfreundschaft bei ihren europäischen Nachbarn.

Was können wir für diese Menschen tun? Was nützt den Betroffenen wirklich und an wen kann man sich wenden? Hier ein paar direkte Verweise mit konkreten Informationen:

Für Frieden in der Ukraine

Kriege und kriegerische Konflikte bringen unendliches Leid über die Menschen. Egal ob in einem internationalen Konflikt oder einem Bürgerkrieg, konventionell oder atomar, mit Drohnen geführt oder über Stellvertreter ausgefochten: Krieg heisst Tod und Gewalt, Angst und Unsicherheit und setzt menschliche Regeln und Gesetze ausser Kraft. Es gibt keinen gerechten, es gibt keinen guten Krieg. Ein Leben in Selbstbestimmung, Sicherheit und Würde ist so nicht möglich. Das Leben der einzelnen Menschen zählt nicht mehr viel – und die Umwelt schon gar nicht. Deswegen lehnt Greenpeace kriegerische Konflikte aller Art ebenso ab wie Bombentests und Waffenexporte. Seit der Gründung engagieren wir uns international für Abrüstung und Entmilitarisierung. 

Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen beenden

Die Abhängigkeit Europas von fossilen Brennstoffen heizt den Krieg gegen die Ukraine an, wie schon in vielen anderen Konflikten der letzten Jahrzehnte. Doch Kohle, Öl und Gas verursachen nicht nur Kriege. Sie treiben uns auch immer tiefer in die Klimakrise. Je schneller wir uns von den fossilen Brennstoffen verabschieden, desto höher die Chance auf eine sichere Zukunft für alle Menschen. Es ist an der Zeit, das Leben in den Mittelpunkt zu stellen und echte Lösungen zu fördern, die zu einem sauberen und erneuerbaren Energiesystem führen, um den Frieden zu sichern, den Klimanotstand zu bekämpfen und alles Leben auf der Erde zu schützen.

Ein schneller Solarausbau ist im Wettlauf gegen die Klimakrise entscheidend. Schliess dich heute unserer Forderung für eine beschleunigte Energiewende und mehr Solarenergie an.

Raus aus der gefährlichen Atomkraft

Inmitten des furchtbaren Angriffskrieges auf die Ukraine stellen die 15 Atomreaktoren des Landes eine weitere massive Bedrohung für das Land selbst, aber auch für Europa dar. Dies gilt insbesondere für den havarierten Reaktor von Tschernobyl, der auch Jahrzehnte nach der Katastrophe weiter gekühlt und beobachtet werden muss. Dass wir unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen beenden müssen, bedeutet nicht, dass Atomkraft die Lösung darstellt. Im Gegenteil: Die aktuellen Ereignisse in der Ukraine zeigen erneut eindringlich, welchen Risiken die Bevölkerung durch Atomkraft ausgesetzt ist – in Friedens- wie in Kriegszeiten. Greenpeace steht für einen sofortigen Ausbau der Solarenergie. Denn das ist der einzige richtige Weg für eine klimafreundliche, sichere und unabhängige Stromzukunft der Schweiz.

Kein Geld mehr für russische Öl-, Gas- und Kohleindustrie  

Schweizer Banken, Versicherungen und Vermögensverwalter finanzieren den Krieg von Russland mit. Und zwar durch ihre Kredite, ihre Investitionen und ihren Versicherungsschutz für die russische Kohle-, Öl- und Gasindustrie. Greenpeace fordert darum zusammen mit 74 anderen Organisationen in einem offenen Brief, dass weltweit tätige Finanzinstitute keine Finanzdienstleistungen für die Unternehmen erbringen, die die russische Kohle-, Öl- und Gasindustrie besonders prägen, und die bestehenden Kundenbeziehungen beenden. Zu den angeschriebenen Finanzinstituten gehören auch die Schweizer Grossbanken Credit Suisse und UBS sowie die Versicherungskonzerne SwissRe und Zurich. 

Dass Investoren ihre Anlagestrategie je nach Weltlage rasch anpassen können, hat unlängst die Publica, die Schweizer Pensionskasse des Bundes, bewiesen. Sie hat sich entschieden, keine weiteren Käufe von Wertpapieren in Russland zu tätigen und sich aus den bestehenden Investitionen zurückzuziehen. 

Diese Reaktionsgeschwindigkeit fordern wir von allen Finanzinstituten und Investoren auch hinsichtlich des Klimawandels. Der jüngste Bericht des Weltklimarats IPCC könnte eindringlicher nicht sein. Dies ist das entscheidende Jahrzehnt für die Sicherung einer lebenswerten, gerechten und nachhaltigen Zukunft. Mehr denn je ist es dringend notwendig, dass die Schweiz und Europa in erneuerbare Energien und Energieeffizienz investiert. 

Verknappte Nahrungsmittel fair verteilen  

Russland und die Ukraine gehören zu den fünf grössten Getreideexporteuren weltweit. Bereits seit einiger Zeit führen Lieferkettenschwierigkeiten, extreme Wetterereignisse, ausgelöst durch die Klimakrise, steigende Energiepreise und die Corona-Pandemie dazu, dass die Preise für Nahrungsmittel steigen. Der Krieg in der Ukraine beschleunigt diesen Preisanstieg rasant.

In der Schweiz spüren wir diese Entwicklung insbesondere bei den Preisen für Futtermittel. In Zentralasien und Afrika sind die Getreideexporte aus der Ukraine und Russland aber vielerorts wichtig für die Grundversorgung der Bevölkerung. Wenn die Preise steigen gilt da: Wer nicht genügend Geld hat oder unterstützt wird, hungert. 

Die Schweiz importiert Getreide und verfüttert es an Nutztiere, um sie nachher zu essen. Währenddessen hungern anderswo Leute, weil sie sich genau dieses Getreide nicht mehr leisten können. Wir sollten endlich den Wandel zu einer standortangepassten, fairen und zukunftsgerichteten Landwirtschaft wagen. Zum Schutz des Klimas und der Biodiversität und in Solidarität mit unseren Mitmenschen weltweit.

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