Weshalb Privatjets am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos eine verheerende Botschaft an künftige Generationen senden. Und was wir dagegen tun können.
Die Folgen der Klima- und Umweltkrisen sind unbestritten. Und wir wissen auch, dass wir diese Krisen stoppen müssen. Diese Botschaft ist bei den Politik- und Wirtschaftseliten am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos nicht angekommen. Sie machen weiter, wie bisher, indem sie zum Beispiel mit dem umweltschädlichsten und ungerechtesten Verkehrsmittel unterwegs sind: dem Privatjet. Welches Signal sendet dieses Verhalten an künftige Generationen?

Verführerisch gut
Das selbsternannte Ziel der WEF-Organisatoren ist es, einen Dialog über globale Herausforderungen zu führen und konkrete Lösungen zu entwickeln, um «die Lage der Welt zu verbessern». In der Theorie tönt das verführerisch gut. Doch wie sieht die Realität aus?
Viele Teilnehmer:innen reisen mit Privatjets an. Diese sind bis zu 50x klimaschädlicher als Züge. Eine neue Analyse von Greenpeace zeigt, dass sich die Zahl der Privatjetflüge ans WEF seit 2023 verdreifacht hat. Im Vergleich zum vergangenen Jahr sind es 10 Prozent mehr. Rund 70 Prozent der Privatjet-Strecken hätten mit dem Zug innerhalb eines Tages oder mit einem Nachtzug und einem Anschlusszug zurückgelegt werden können. Kein Wunder, denn ein Drittel der Privatjets kommen aus Frankreich und Deutschland.
Superreiche sahnen ab
Die Zukunft unserer Kinder ist vielen WEF-Teilnehmer:innen offenbar weit weniger wichtig als die Bequemlichkeit, mit dem Privatjet unterwegs zu sein. Wer es sich leisten kann, nimmt sich, was er oder sie kriegen kann. Das ist das verinnerlichte Motto der Reichen und Superreichen.
Laut der englischen Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam gibt es weltweit erstmals über 3000 Milliardäre. Ihr Vermögen ist heute höher als jemals. Gleichzeitig leidet jeder vierte Mensch an Hunger und Kinder auf der ganzen Welt sind erheblich von extremen Wetterereignissen und dem Klimawandel betroffen.
Falsches Signal
Steuern können nachhaltige, öffentliche Verkehrsmittel, Klassenzimmer, medizinische Versorgung, kurz: einen lebenswerten Planeten finanzieren. Doch nationale und internationale Schlupflöcher und Sonderregelungen erlauben es Superreichen weit weniger zu geben, als sie könnten und sollten. Das führt unter anderem dazu, dass Familien auf der ganzen Welt die Kosten über Sparmassnahmen vor allem in der Bildung und im Sozialbereich tragen müssen.
Diese skandalöse Praxis gibt jungen Menschen das falsche und fatale Signal, dass Gier und Eigeninteresse vor Gemeinschaft und Integrität kommen.
Wenn Regierungen die Superreichen nicht fair besteuern, lassen sie zu, dass jüngeren Generationen und den Systemen, die sie eigentlich schützen und ihnen ein gutes Leben ermöglichen sollten, Ressourcen entzogen werden.
Das muss nicht sein
Wenn die Eliten es versäumen, mit gutem Beispiel voranzugehen, müssen wir sie zur Rechenschaft ziehen.
Wir fordern die Regierungen auf, faire und globale Steuerregeln zu unterstützen – für die Zukunft der Kinder und des Planeten.
Die grossen Summen öffentlichter Gelder, die durch eine moderate Steuer von 1–2 Prozent auf die Vermögen von Superreichen generiert werden, könnte die Grundversorge wie nachhaltige, bezahlbare Wohnungen, eine hochwertige Gesundheitsversorgung und öffentliche Verkehrsmittel finanzieren und so eine zukunftsfähige Welt für alle schaffen.
Gemeinsam für Gerechtigkeit
Kinder sind intelligent und aufmerksam. Sie sehen, hören und fühlen alles, was um sie herum geschieht, undsie vertrauen darauf, dass wir Erwachsenen das Richtige tun: Mutig zu sein, für ihre Sicherheit zu sorgen und sich für den Schutz des Planeten einzusetzen, den sie einmal erben werden.
Es ist wichtig, dass unsere Kinder wissen, dass sich viele Menschen für unseren Planeten einsetzen und dass sie das auch können!
Wir geben nicht auf. Noch ist es Zeit zu handeln! Sprechen wir über positive und inspirierende Geschichten. Gemeinsam können wir uns für Gerechtigkeit einsetzen und eine Zukunft schaffen, auf die wir mit Hoffnung blicken können.
Gemeinsam fordern wir Superreiche gerecht zu besteuern, um eine grüne und gerechte Zukunft zu finanzieren.
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