Gestern Sonntag haben die ETH und die Universität Zürich in Zürich-Reckenholz ihre Gentech-Experimente begonnen und den umstrittenen Gentech-Weizen ausgesät. Greenpeace ist über dieses Ereignis sehr besorgt, denn Gentech-Pflanzen sind ein unnötiges Risiko für Mensch, Tier und Umwelt. Deshalb haben heute Greenpeace-AktivistInnen beim Gentech-Feld gegen die Aussaat protestiert.

Zürich-Reckenholz. Während die Gentech-Pflanzen
draussen wachsen und vor allem Lebewesen im Boden möglichen
negativen Auswirkungen ausgesetzt sind, warten die Behörden noch
immer auf Daten, die zu Beginn des Bewilligungsverfahrens hätten
vorliegen müssen. Trotz fehlenden Informationen, ob diese
Gentech-Pflanzen für andere Lebewesen wie Insekten oder Pilze
schädlich sind, hat das Bundesamt für Umwelt die Versuche offenbar
unter grossem politischem Druck bewilligt. Die Bewilligungsbehörde
war denn auch immun gegen die Einwände verschiedener Umwelt- und
Bauernverbände.

Am 15. März haben bereits über 400 Menschen in Sichtweite des
Gentech-Ackers gemeinsam ein Feld mit bioloigschem Weizen besät, um
ein klares Zeichen für eine gentechfreie Lebensmittelproduktion zu
setzen. Heute protestierten AktivistInnen unmittelbar neben dem
Gentech-Gelände in Reckenholz gegen die Aussaat.

Gentech-Pflanzen sind ein unnötiges Risiko für die Umwelt. Sie
dienen einer chemielastigen, intensiven Landwirtschaft. Auch beim
Versuch mit mehltauresistentem Weizen in Reckenholz geht es um ein
Problem, das hauptsächlich im Intensiv-Anbau vorkommt. Es gibt
bereits mehltauresistente Sorten womit solche Versuche unnötig sind
– sie scheinen in erster Linie akademischem Selbstzweck zu dienen.
Nötig wären grössere Investitionen in die Erforschung
umweltfreundlicher Anbaumethoden.

Zudem ist noch immer nicht abgeklärt, ob der Konsum von
Gentech-Produkten die Gesundheit von Tier und Mensch schädigt.

«Es ist empörend, dass öffentliche Gelder in die Erforschung
pilzresistenter Gentech-Sorten fliessen, die eine
zukunftsorientierte ökologischere Landwirtschaft gar nicht
benötigt. Jede Gentech-Freisetzung kann die Umwelt schädigen.» sagt
Marianne Künzle von der Genschutz-Kampagne bei Greenpeace
Schweiz.

Kontakt:

Marianne Künzle, Genschutz-Kampagne Greenpeace Schweiz,      079
/ 410 76 48

Greenpeace-Medienabteilung                                                           
044 / 447 41 11