Versicherungsgesellschaften sollen uns vor Katastrophenrisiken schützen. Einige von ihnen warnen seit 25 Jahren vor den Risiken des Klimawandels. Und doch versichern viele dieser Gesellschaften bis heute die Risiken neuer Kohle-Projekte und investieren Milliarden in Unternehmen die Kohle und fossile Brennstoffe fördern. Aller Rhetorik zum Trotz tragen Versicherungsgesellschaften direkt zum Klimawandel bei.

Eben hat AXA, die grösste Versicherungsgesellschaft der Welt, bekannt gegeben, man werde in Zukunft keine Unternehmen versichern, die einen Teil ihres Umsatzes mit Kohle erwirtschaften. «Das ist ein wichtiger Präzedenzfall, der zeigt, dass Fortschritte möglich sind», sagt Katya Nikitenko, Finanzexpertin von Greenpeace Schweiz. Weitere Versicherer – auch in der Schweiz – werden jetzt gleichziehen müssen: «Wir erwarten, dass Versicherungs-gesellschaften uns vor den Folgen von Naturkatastrophen, Unfällen, Krankheit und anderen Kalamitäten schützen und sicher nicht, dass sie die Klimakatastrophe zusätzlich beschleunigen», so Nikitenko.

Der Klimawandel ist DIE Bedrohung des 21. Jahrhunderts und birgt enorme Risiken für die Menschheit. Ein Klimachaos, verursacht durch Treibhausgasemissionen, bedroht unseren Planeten mit immer extremeren Stürmen, Fluten, Trockenperioden, ansteigenden Meeres-spiegeln, grossflächiger Zerstörung von Ökosystemen, Hungersnöten und neuartigen Epidemien.

Die Versicherungsindustrie hat die Gefahren eines unkontrollierten Klimawandels erkannt. «Klimawandel ist eine riesige Herausforderung für die Menschheit und die Versicherer werden bei der Bewältigung und Abschwächung der Folgen für die Gesellschaft eine zentrale Rolle spielen», erklärte die Branchenvereinigung der europäischen Versicherer im Oktober 2015. Seit mehr als zwei Jahrzehnten versprechen führende Versicherer und Rück-versicherer wie Swiss Re, Zurich, Allianz, AXA, CHUBB, Aviva und Generali, die Entwicklung einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und die Anpassung an das sich wandelndes Klima zu unterstützen.

Wenn es um den Klimawandel geht besteht zwischen den hochtrabenden Äusserungen der Versicherungen und ihren Taten in der Regel wenig Übereinstimmung. In ihrem neusten Bericht zeigt die Forschungs- und Beraterfirma Profundo, dass die meisten der 15 grössten europäischen Versicherer und Rückversicherer – unter ihnen die grössten und lautstark um das Wohl des Planeten besorgten Versicherungsgesellschaften der Welt – weiterhin stark in das sogenannte Underwriting (versichern) von fossilen Brennstoffprojekten involviert sind. Nach den jüngsten offengelegten Daten hatten sie in ihrer Funktion als Vermögens-verwalter zudem über $130 Mrd in fossilen Brennstoffunternehmen angelegt. Laut Ceres haben die 40 führenden Versicherer in den USA gar $459 Mrd im fossilen Brennstoffbereich investiert. Mit anderen Worten, Versicherungsgesellschaften tragen eifrig zum katastrophalen Klimawandel bei, vor dem sie uns eigentlich schützen sollten.

Weitere Infos (auf Englisch) hier: www.unfriendcoal.com

Eine Zusammenfassung auf Deutsch des Berichts ist hier verfügbar.