Länder im globalen Süden haben nichts davon, wenn der Tiefseebergbau vorangetrieben wird. Das zeigt eine neue Studie im Auftrag von Greenpeace International.

Für Tiefseebergbau in internationalen Gewässern braucht es eine Lizenz der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA). Noch ist der industrielle Tiefseebergbau verboten. Unternehmen erhalten nur sogenannte «Forschungslizenen». Dazu benötigen sie die Unterstützung eines Staates. Die Idee: Auch wenig finanzkräftige Staaten sollen vom Tiefseebergbau profitieren.

Das Muster bei der Lizenzvergabe ist immer das gleiche: Investoren und Unternehmen aus dem globalen Norden ködern wirtschaftlich schwache Länder mit dem Versprechen auf gigantische Profite. Jetzt zeigt eine Studie im Auftrag von Greenpeace International, dass diese Rechnung nicht aufgehen würde.

Die Studienautoren kommen zum Schluss, dass die Unternehmen den Grossteil der Einnahmen aus dem Tiefseebergbau kassieren würden. Die Einnahmen ausgewählter Länder im globalen Süden würden hingegen nur einen Bruchteil davon ausmachen. Gleichzeitig werden die Umweltkosten auf uns alle abgewälzt.

All das widerspricht dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (UNCLOS), wonach der Bergbau nur «zum Nutzen der gesamten Menschheit» betrieben werden darf (Art. 136–140, 148, 150 und 160 (2)g).

Für Greenpeace ist klar: Die Tiefsee muss für die Bergbauindustrie tabu bleiben. Es braucht ein weltweites Moratorium. Tiefseebergbau schafft keinen Mehrwert für den globalen Süden und die Risiken für marine Biodiversität, Ökosysteme und die Rolle der Meere als Kohlenstoffspeicher sind nicht kalkulierbar.


Bilder sind in der Greenpeace-Mediendatenbank verfügbar.

Greenpeace-Studie

Benefit-Sharing and Financial Architecture in the International Seabed Area

Kontakt 

Sol Gosetti, Media Coordinator for the Stop Deep Sea Mining campaign, Greenpeace International, [email protected], +34 633 029 407

Roland Gysin, Medienstelle Greenpeace Schweiz, [email protected], 044 447 41 17