Bergbau führt oft zu Umweltzerstörung. Wie eine neue Studie von Greenpeace International zeigt, können wir die Energiewende schaffen – und zwar ohne Ökosysteme an Land und im Meer zu opfern und ohne Landraub an Indigenen zu begehen.
2015 setzte sich die Weltgemeinschaft mit dem Pariser Klimaabkommen das Ziel, den Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur auf deutlich unter 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen – idealerweise auf höchstens 1,5 Grad.
Dieses Ziel ist mit einer Energiewende weiterhin erreichbar und zwar ohne grosse Ökosysteme zu opfern – weder an Land noch im Meer. Das ist die Hauptaussage einer neuen Studie von Greenpeace International «Beyond Extraction: Pathways for a 1.5°C-aligned Energy Transition with Less Minerals». Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit dem australischen Institute for Sustainable Futures at the University of Technology Sydney.
Die Studie konzentriert sich auf neun Mineralien, die für den Ausstieg aus der fossilen Energie wichtig sind: Kobalt, Kupfer, Dysprosium, Graphit, Lithium, Mangan, Neodym, Nickel und Vanadium. Die Autor:innen zeigen anhand von Szenarien, wie Politik und innovative Technologien den Bedarf an diesen Mineralien begrenzen können – unter Einhaltung des Pariser Klimaziels.
Auf den Punkt gebracht: Mehr öffentlicher Nahverkehr, mehr kreislauf gerecht designte Produkte und ambitionierter Ausbau von Recycling, Priorisierung der Mineralien für wesentliche Bedürfnisse der Energiewende und Schaffung von Anreizen für den Ersatz von Batterietechnologien mit weniger Lithium, Kobalt und Nickel.
Moratorium für Tiefseebergbau
Elsa Lee, Co-Leiterin Biodiversität bei Greenpeace International, sagt: «Der Bergbau führt oft zu Umweltzerstörung. Er steht in Verbindung mit Kinderarbeit, Verletzungen von Arbeitnehmerrechten und Landraub an Indigenen. Mit dieser Studie unterstreicht Greenpeace, dass es die Aufgabe von Regierungen ist, die Rohstoffindustrie zu regulieren. Sie müssen eine ambitionierte Energiewende vorantreiben, ohne Ökosysteme an Land und im Meer zu zerstören.»
Iris Menn, Meeresbiologin und Geschäftsleiterin von Greenpeace Schweiz, sagt: «Die Bergbauindustrie hat an Land Grenzen überschritten, die wir im Ozean niemals überschreiten dürfen. Stellen wir uns vor, die Menschen hätten die Wahl, die Welt vor Schäden der fossilen Brennstoffindustrie zu schützen, bevor diese überhaupt entstanden sind. Genau das ist die Chance, die wir beim Tiefseebergbau haben. Wir können eine unnötige und zerstörerische Industrie stoppen, bevor sie überhaupt begonnen hat.»
Alles auf einen Blick
Studie von Greenpeace International in Zusammenarbeit mit dem Institute for Sustainable Future at the University of Technology Sydney: Beyond Extraction: Pathways for a 1.5°C-aligned Energy Transition with Less Minerals, March 2026» (88 Seiten).
Zusammenfassung: «Research briefing on Beyond Extraction: Pathways for a 1.5°C-aligned Energy Transition with Less Minerals, March 2026», (12 Seiten).
Die aktuelle Greenpeace-Studie basiert auf Greenpeace’s Guiding Principles on Minerals for Energy Transition, June 2025.
Fotos in der Greenpeace Media Library
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