Greenpeace ist mit einem 65 Meter langen Forschungsschiff unterwegs in die arktische Tiefsee. Auf der Deep Arctic Expedition tauchen Wissenschaftler:innen ein in eine unbekannte Unterwasserwelt. Ab 15. Mai sind Unterwasserroboter-Livestreams vom Meeresboden geplant.

«Wir begeben uns in Gebiete, die noch nie zuvor ein Mensch gesehen hat. Wahrscheinlich werden wir auch auf neue Arten stossen, die bisher niemand beschrieben und benannt hat», sagt Paco Cárdenas, Experte für Tiefseeschwämme am Museum für Evolution der Universität Uppsala in Schweden. 

Paco Cárdenas, Experte für Tiefseeschwämme am Museum für Evolution der Universität Uppsala in Schweden.
© Christian Åslund / Greenpeac

«Tiefseeschwämme haben Hunderte von Millionen Jahren überlebt. Sie sind die chemischen Bibliotheken der Ozeane und Quelle für potenzielle Heilmittel gegen Krankheiten. Tiefseeschwämme zu verlieren, bevor wir sie überhaupt verstanden haben, wäre eine Tragödie. Deshalb ist es unerlässlich, dass wir sie schützen.»

Hotspots der Biodiversität

2024 hat die norwegische Regierung das Gebiet, wo das Forschungsschiff unterwegs ist, für den Tiefseebergbau freigegeben. Proteste von Umweltorganisationen, Wissenschaftler:innen und grünen Oppositionsparteien zwangen die Regierung dazu, den Entscheid vorerst rückgängig zu machen.

Das war ein grosser Erfolg, denn viele Wissenschaftler:innen sind überzeugt, dass der Tiefseebergbau den besonders empfindlichen Ökosystemen dauerhaft schaden würde. 

© Greenpeace

Die Wissenschaftler:innen auf der Deep Arctic Expedition konzentrieren sich auf die Erforschung von unterirdischen Gebirgen. Diese sind Hotspots für die Biodiversität. Mit im Fokus stehen hydrothermale Quellen. Die vulkanisch heissen Quellen ermöglichen das Leben in völliger Dunkelheit. 

Besonders spektakulär: Ab 15. Mai sind mit einem Unterwasserroboter Livestreams aus Tiefen von bis zu 3000 Metern geplant.

Leben bewahren

«Die arktische Tiefsee ist der Herzschlag der Nordmeere», sagt Iris Menn, Meeresbiologin und Geschäftsleiterin von Greenpeace Schweiz. Und Sandra Schöttner, wissenschaftliche Leiterin bei Greenpeace International, sagt: «Wir können nicht schützen, was wir nicht kennen. Mit einem Netz von Meeresschutzgebieten bewahren wir das Leben im Meer – heute und für künftige Generationen.»

Die Expedition mit dem 65 Meter langen Forschungsschiff endet Anfang Juni in Bergen. Dort wird Greenpeace auch die ersten Ergebnisse der Expedtion der Öffentlichkeit vorstellen. 

Greenpeace setzt sich weltweit ein für ein Moratorium für den Tiefseebergbau und den Schutz von mindestens 30 Prozent der Ozeane bis 2030.

Weitere Informationen

Kontakt

Daniel Bengtsson, Mediensprecher an Bord, Greenpeace Nordic, [email protected], +46 70 300 9510 (WhatsApp/Signal) 

Roland Gysin, Medienstelle Greenpeace Schweiz, [email protected], 044 447 41 17