Der Pharma- und Lebensmittelmulti bringt über seine Tochterfirma Gerber weiterhin genmanipulierte Baby-Nahrung auf den Weltmarkt. Greenpeace-Recherchen auf den Philippinen haben Anteile von 34 bis 66 % Gentech-Soja aufgedeckt. Dies obwohl Novartis erklärt hat, weltweit keine genmanipulierten Organismen (GVO) mehr in ihren Nahrungsmitteln einzusetzen und bereits im Sommer 1999 verkündete, auf GVO-Kindernahrung zu verzichten. Aus Protest gegen diese Gentech-Experimente haben Greenpeace-Aktivisten den Hauptzugang zum Novartis-Gelände in Basel mit Hunderten von Baby-Puppen verstellt. Greenpeace fordert Novartis auf, ihr Versprechen verbindlich einzuhalten.

Basel. Novartis mogelt, Gentech-Babyfood trotz Versprechen! und «Novartis/Gerber, stop ge-netically modified Babyfood!». Mit diesen Slogans und Hunderten von Baby-Puppen besetzen Greenpeace-AktivistInnen seit 8.00 Uhr den Eingang zum Novartis-Hauptsitz in Basel. Sie protestieren zusammen mit Greenpeace auf den Philippinen, wo gleichzeitig eine Medienkonferenz stattfindet, dagegen, dass Novartis Kindern in Südostasien genmanipulierte Nahrung auftischt. Drei im international akkreditierten Laboratorium DNA Chips in Hong Kong untersuchte Novartis/Gerber-Produkte zeigen erschreckende Resultate: Der Gentech-Anteil bei Soja von Gerber Monggo Babybrei beträgt 66.7 %, von Gerber Brown Rice-Brei 52.2 % und von Gerber Mixed Fruit Baby-Nahrung 34.3 %. Dies obwohl Novartis mehrmals öffentlich den GVO-Verzicht erklärt hat. So beteuerte Novartis in einem Schreiben an Greenpeace Schweiz vom 11. Juni 1999: «Unsere Konsumenten können davon ausgehen, dass unse-re Kindernahrung keine gentechnisch veränderten Organismen oder deren Bestandteile enthält». Novartis-Sprecher Al Piergallini doppelte im Wall Street Journal Europe vom 30.7.99 nach: «I want our mothers to be comfortable». Und in einem Schreiben an Green-peace vom 2. August 2000 erklärte Novartis, in ihren Nahrungsmitteln weltweit keine GVO mehr einzusetzen. Greenpeace fordert von Novartis die verbindliche Einhaltung dieses Versprechens. Alle Produktionsstätten sollen weltweit auf diese Zusage verpflichtet und auf deren Einhaltung kontrolliert werden. Es darf keinen doppelten Standard für die Erste und die Dritte Welt geben. Genmanipulierte Organismen haben weder auf dem Feld noch in unseren Tellern noch in den Trinkflaschen unserer Babys etwas zu suchen.


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