Acht Jahre nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima ist die Region nach wie vor verstrahlt – trotzdem lässt die Regierung Japans Arbeiterinnen und Arbeiter das Gebiet rund um das AKW säubern und Familien mit ihren Kindern dorthin zurückkehren. 

Am 11. März 2011 erschütterte ein Erdbeben die Küste Japans und es kam zum atomaren Unglück in Fukushima. Seit der Katastrophe versucht das Land, die Region nach und nach von der Strahlung zu befreien – indem Arbeiterinnen und Arbeiter radioaktive Erde und Pflanzen in Müllsäcke stecken. Dass die Radioaktivität aus den Wäldern und Hügeln trotzdem noch einen massiven Einfluss auf das Gebiet hat, zeigen Greenpeace-Messungen vom Oktober 2018: An fast allen 17 000 von Greenpeace gemessenen Punkten wird der international empfohlene Wert an Strahlendosis überschritten.

Nichtsdestotrotz setzt die japanische Regierung die Reinigungsarbeit in Fukushima fort und riskiert damit die Gesundheit der Arbeiterinnen und Arbeiter. Fast schlimmer noch: Das Land lässt auch ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner und deren Kinder in die Gebiete rund um das havarierte Kernkraftwerk zurückkehren – entgegen der Empfehlung der Vereinten Nationen und dem veröffentlichten Report von Greenpeace. In unserer Bilderreihe erfährst du mehr über die problematische Situation vor Ort.

<b>Die heutige Vorführung des Beladens eines Castor-Behälters durch den Atomkraftwerksbetreiber Bayernwerke am Standort Isar ist kein Beweis für die Ungefährlichkeit der Atomtransporte. Diese Auffassung vertritt Greenpeace-Atomexperte Dr. Helmut Hirsch, der an der Vorführung teilgenommen hatte.</b>

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	<p class="bodytext">Hamburg/München. Die Vertreter der Bayernwerke konnten dabei weder konkrete Daten über Art und Höhe der radioaktiven Aussenkontaminationen der Transportbehälter liefern, noch hatten sie eine Erklärung für die Kontamination der Transportwaggons. Dr. Helmut Hirsch: "Bundesumweltministerin Merkel hat heute wie die Betreiber von Atomkraftwerken erneut behauptet, dass von den radioaktiv verseuchten Transportbehältern keine Gefahren für Menschen und Umwelt ausgehen. Doch für diese Behauptung fehlt jeder Beleg. Im Gegenteil: Wir müssen befürchten, dass Menschen einer realen Strahlengefahr ausgesetzt waren." Obwohl genaue und umfassende Informationen zu den gemessenen Strahlenwerten bislang nicht veröffentlicht wurden, ist Angaben des Bundesumweltministeriums zu entnehmen, dass auf grösseren Flächen der Behälter und Transportwaggons radioaktive Kontaminationen von bis zu 13.000 Becquerel pro Quadratzentimeter gemessen wurden. Dies bedeutet, dass entsprechend der Grösse der kontaminierten Flächen an den Behältern, diese mit Hunderttausenden Becquerel verstrahlt gewesen sein könnten. Die radioaktiven Stoffe haften nur oberflächlich auf den Behältern, kontaminieren nachweislich auch die Waggons und möglicherweise Personen in der Nähe der Behälter. Bahnarbeiter können ihre Kleidung am Behälter mit über hunderttausend Becquerel kontaminieren. Gelangen diese radioaktiven Teilchen dann auf Lebensmittel, können sie in den Körper gelangen. Je hunderttausend Becquerel Caesium-137, die in den Körper gelangen, würde es zu einer Strahlenbelastung von 1,4 Millisievert kommen. Am stärksten gefährdet sind Bahnarbeiter, die an den Waggons und den Behältern arbeiten - beispielsweise beim Umladen. Potentiell gefährdet sind aber auch andere Menschen, die sich in der Umgebung aufhalten und Polizisten, die solche Transporte überwachen. Die zulässige Strahlenbelastung für Polizeibeamte beträgt 1 Millisievert pro Jahr, die zulässige Belastung für die Bevölkerung durch Radioaktivität in der Abluft von Atomanlagen beträgt 0,3 Millisievert pro Jahr. Ausser Transportarbeitern und Polizisten könnten auch Anwohner der Transportstrecken gefährdet werden, wenn die radioaktiven Teilchen von der Oberfläche der Behälter in die Umgebung gelangen.</p>
<p><strong>Kontakt:</strong></p>
<p>Greenpeace Deutschland</p>
<p><a class="external-link-new-window" title="Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster" href="http://www.greenpeace.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.greenpeace.de</a></p>
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Mizue Kanno zeigt auf den kontaminierten Wald vor ihrem Haus in Namie. Am 11. März 2011 musste sie ihr Zuhause fluchtartig verlassen und konnte bis heute nicht zurückkehren. Obwohl ihr Haus erheblichen Säuberungen unterzogen wurde, gehört es zu einem Teil von Namie, der noch immer eine Sperrzone ist. (© Christian Åslund/Greenpeace)
Ein Radioaktivitätsmessgerät zeigt in der Gemeinde Obori 6.07 Mikrosievert an. Arbeiterinnen und Arbeiter würden in diesem Gebiet einer Strahlendosis ausgesetzt werden, die äquivalent zu Hunderten von Bruströntgenaufnahmen jährlich wäre. Die japanische Regierung möchte einen kleinen Teil des Gebiets bereits 2023 für die Rückkehr von Familien freigeben. (© Christian Åslund/Greenpeace)
Kinder auf einem Schulhof in Iitate. Die Dorfgemeinde liegt 30–45 km vom AKW Fukushima Daiichi entfernt und wurde ebenfalls im März 2017 für die Rückkehr freigegeben. 70 % dieses Gebiets bestehen aus Wald, der nicht dekontaminiert werden kann, weshalb die Strahlendosis dort nach wie vor bei 20 Millisievert pro Jahr liegt. Die Internationale Strahlenschutzkommission empfiehlt eine Dosis von höchstens 1 Millisievert pro Jahr. (© Christian Åslund/Greenpeace)
<b>Das Departement Leuenberger hat heute das Resultat einer internen Abklärung zur Verstrahlung von Atomtransporten veröffentlicht. Die dabei vorgeschlagenen Massnahmen sind nach Ansicht von Greenpeace völlig unzureichend. Nach wie vor fehlen die Antworten auf zentrale Fragen. Greenpeace hält deshalb an der Untersuchung durch eine Parlamentarische Untersuchungskommission fest.</b>

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	<p class="bodytext"><span class="text">Zürich. Bundesrat Moritz Leuenberger zeigte mit der sofort anberaumten internen Abklärung zur Verseuchung der Atomtransporte guten Willen, doch im Massnahmenkatalog des Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) werden zentrale Fragen ignoriert. So häufen sich die Hinweise, dass es sich beim Vertuschungsskandal um eine international koordinierte Absprache zwischen der Atomindustrie und Teilen der Behörden handelt. Nach wie vor ist nicht bekannt, seit wann Mitglieder der Sicherheitsbehörde und die Atomindustrie über die Verstrahlung informiert sind. Nach wie vor fehlen konkrete Angaben über eine mögliche Kontamination der Strassentransporte von Mühleberg und der Eisenbahntransporte in die Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield (GB). Offen bleibt zudem die Frage, wie das Informationsnetz innerhalb der Hauptabteilung für die Sicherheit von Kernanlagen (HSK) funktioniert, wie die HSK mit der Atomindustrie konkret verfilzt und wer verantwortlich für die Unterschlagung der Informationen ist. Da sind Namen zu nennen. Greenpeace begrüsst das Festhalten am Transportverbot, beurteilt aber die eingeleiteten Massnahmen als völlig unzureichend. Die Aussage, dass die HSK keine unsorgfältige Handhabung und Messung in den AKW festgestellt habe, ist peinlich. Tatsache ist, dass sich die HSK auf wenige Stichproben beschränkte und die Messungen der Transporte den AKW-Betreibern überliess. Ankommende Leertransporte wurden überhaupt nie überprüft. Strengere Anforderungen an die Qualitätssicherung sind ohne Zweifel am Platz. Aber das Fehlen griffiger Kontrollinstrumente in einer Sicherheitsbehörde – und dies über Jahre hinweg – , räumt den dringenden Verdacht nicht aus, dass es beim vorliegenden Vertuschungsskandal nur um die Spitze des Eisbergs handelt. Auch andere Vorkommnisse um die HSK deuten daraufhin, so etwa die unzureichende Kontrolle der Kernmantelrisse im AKW Mühleberg und die Art, wie das HSK die mangelhafte Bewilligungseingabe der Atomindustrie beim Zwischenlager Würenlingen gedeckt hat. Greenpeace fordert deshalb, dass die laufenden Gesuche für eine Leistungserhöhung des AKW Leibstadt und für eine unbefristete Betriebsbewilligung für das AKW Mühleberg auszusetzen sind, bis endgültig klar ist, welche Rolle die HSK spielt. Das Vertrauen fehlt, dass eine HSK-interne Abklärung tatsächlich Licht in den Vertuschungsskandal bringt. Greenpeace hält deshalb an einer Parlamentarischen Untersuchungskommission fest.<br><br> </span> <span class="text"><strong>Kontakt:</strong><br> Stefan Füglister, Atom-Kampagne Greenpeace Schweiz 01 / 447 41 41<br></span></p>
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Die Dekontaminierungsmethode der japanischen Regierung hat in Fukushima bis im März 2018 über 17 Millionen Kubikmeter an radioaktiven Abfällen zusammengebracht. Seit 2011 sind über 70000 Arbeiterinnen und Arbeiter mit der Säuberung beauftragt. Viele der Beschäftigten kriegen weder einen fairen Lohn noch haben sie ein ausführliches Radioaktivitätstraining erhalten. (© Christian Åslund/Greenpeace)
<b>Weltweite Unterstützung für die Genschutz-Initiative: Kurz vor der Abstimmung trafen Sympathieschreiben von 180 Bauern- und Umweltverbänden mit insgesamt 12 Millionen Mitgliedern bei Greenpeace Schweiz ein. Dies gibt die Umweltorganisation heute bekannt. Die internationale Unterstützung zeigt die Besorgnis über die industrielle Anwendung der Gentechnologie namentlich in der Landwirtschaft. Die Manipulation von Tieren und Pflanzen, so die einhellige Überzeugung der unterzeichnenden Organisationen, stellt eine Gefahr für die Umwelt und die bäuerliche Existenz dar. Sie würden deshalb, wenn sie abstimmen könnten, ein überzeugtes JA einlegen, um Patente auf Leben und Genmanipulation an Tieren zu verhindern.</b>

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	<p class="bodytext">Genf. Im Februar 1998 versammelten sich in Genf
300 Delegierte aus aller Welt anlässlich einer internationalen
Tagung zu Landwirtschaft und Welthandel. Patentrecht war ein
zentrales Thema dieses Treffens. Bei dieser Gelegenheit wurde eine
Petition zur Unterstützung der Schweizer Genschutz-Initiative (GSI)
verfasst und in Umlauf gebracht. Die holländische Organisation A
Seed veröffentlichte den Text der Genschutz-Initiative später auf
ihrer Internet-Website und rief zur Unterzeichnung der Petition
auf. Das Resultat übertraf alle Erwartungen. Die Antworten trafen
ein per Fax, per Brief und per E-mail. Vandana Shiva, Trägerin des
Alternativen Nobelpreises aus Indien, sagt: «Das Ziel der
Genschutz-Initiative ist grossartig. Das hilft uns hier in Indien
viel in unserem Kampf gegen Gentechnik in der Landwirtschaft.»
Grund für den Widerstand: Patente auf Pflanzen und Tiere bedrohen
die Lebensgrundlagen der Bauern. So dürfen sie Samen von Pflanzen
der Chemie-Multis nach der Ernte nicht mehr als Saatgut
wiederverwenden. Bei einem Unfall tragen die Bauern das Risiko,
nicht die Herstellerfirmen. Zudem befürchten die Bauern- und
Umweltverbände, dass die biologische Vielfalt verloren geht und die
Monokulturen intensiviert werden; die weltweite Ernährungslage
würde verschlechtert statt verbessert. Die Angst der Bauern ist
begründet: In den USA erlitten Farmer totale Ernteausfälle, weil
die genmanipulierte Baumwolle von Monsanto plötzlich verkrüppelte.
Deutsche Landwirte reichten Strafklage wegen drohender
Genverseuchung ihrer Kulturen durch Gentech-Pflanzungen ein.
Professor Nanjundaswami, Vorsitzender einer indischen
Bauernorganisation, erklärt: «Genmanipulation liegt nicht in
unserem Interesse.» Mit grösster Aufmerksamkeit blicken die Bauern
nun auf die Schweiz: «Wenn sich die Schweizer Bevölkerung gegen
Patente auf Tiere und Pflanzen ausspricht, ist dies ein positives
Signal für die ganze Welt,» erklärt Oscar Zamora, Professor für
Agronomie auf den Philippinen.</p>

<p><strong>Kontakt:</strong></p>

<p>Greenpeace Schweiz, Bruno Heinzer Leiter der Genschutz-Kampagne
01/447 41 41</p>
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Ein verlassener Keramikladen in der Gemeinde Obori. Menschenrechtsberichterstatter der UN haben die Regierung Japans vor der gefährlichen Situation für Arbeiterinnen und Arbeiter und zurückkehrende Familien gewarnt. Doch das Land hält an seinem Dekontaminierungsplan fest – auch wenn man diesen als wahnsinnig betiteln könnte. (© Christian Åslund/Greenpeace)