Mit «PLANT: das Ernährungssystem der Zukunft» publiziert Greenpeace heute ihre Vision für das Ernährungssystem der Schweiz. Greenpeace fordert eine mutige und wirkungsvolle Agrar- und Ernährungspolitik, welche die Natur, Klima und Gesundheit schützt.

Der Entwurf der neuen Agrarpolitik des Bundesrats wird der Herausforderung durch die Klima- und Umweltkrise nicht gerecht. Greenpeace begrüsst jedoch, dass der Bundesrat anerkennt, dass eine Ernährungswende nur möglich ist, wenn alle Akteure mitarbeiten, von den Landwirt:innen über die Verarbeiter und Detailhändler bis hin zu den Konsument:innen.

Doch wie würde ein Ernährungssystem in der Schweiz aussehen, das die planetaren Grenzen weltweit respektiert, das Netto-Null-Ziel ermöglicht und die Versorgungssicherheit gewährleistet? Das hat die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW im Auftrag von Greenpeace Schweiz erarbeitet. Die daraus entstandene Vision «PLANT: das Ernährungssystem der Zukunft» hat Greenpeace heute publiziert. 

Damit Schweizer Landwirt:innen die Bevölkerung langfristig gesund ernähren können und dafür eine faire Entschädigung erhalten, braucht es hauptsächlich zwei grosse Veränderungen:

  • Fokus auf pflanzliche Produktion und Ernährung
  • Weniger Abhängigkeiten von grossen Marktakteuren im In- und Ausland

Tierproduktion: verschwendete Energie und Proteine 

Tierprodukte zu produzieren ist hochgradig ineffizient: Je nach Tierart gehen 50 – 90 Prozent der eingesetzten Energie verloren. Wir füttern Tiere mit Kraftfutter, das oft aus Proteinen besteht, die auch für die menschliche Ernährung geeignet sind. 

In einem zukunftstauglichen Ernährungssystem landen Bohnen, Linsen und andere pflanzliche Proteine direkt auf unserem Teller. Die Tiere füttern wir mit Grünfutter von Flächen, die sich nicht für den Ackerbau eignen und mit Lebensmittelabfällen (Feed-no-Food-Prinzip). Als Folge davon leben viel weniger Nutztiere in der Schweiz, dafür in artgerechten Gruppen und Haltungen. Massentierhaltung gehört der Vergangenheit an. 

Gesunde Ernährung statt Marktkonzentration

Aktuell ist das Ernährungssystem der Schweiz von einigen wenigen Marktakteuren stark geprägt. Knapp 48’000 Landwirtschaftsbetriebe beliefern hauptsächlich wenige grosse Verarbeitungsbetriebe und noch weniger Detailhändler. Das führt zu Abhängigkeiten und Preisdruck. Durchschnittlich erhalten Landwirt:innen rund 12 Prozent des Lebensmittelpreises, den Konsument:innen bezahlen; mehr als die Hälfte (51 Prozent) geht an Transport und Handel. 


In PLANT erhalten die Produzierenden faire Preise für ihre Produkte. Die Menschen ernähren sich ausgewogen und gesund; auf den Teller kommen in erster Linie lokale und ökologisch produzierte pflanzliche Lebensmittel.

Mut zur Veränderung 

Die aktuelle Landwirtschaftspolitik und die Sortimentsgestaltung der Detailhändler zementieren die starke Konzentration der Schweizer Landwirtschaft auf Tierprodukte. Die Agrarpolitik 2030+ bietet die Chance, diese Rahmenbedingungen zu ändern. 

Greenpeace fordert von der Bundesverwaltung und Schweizer Politiker:innen: 

  • Die Erarbeitung einer Proteinstrategie, die den Anteil pflanzlicher Proteine in der ganzen Wertschöpfungskette deutlich erhöht, inklusive eines Transformationsfonds, der die Beratung von Landwirt:innen bei der Umstellung sicherstellt und sie finanziell unterstützt. 
  • Eine kohärente, ökologische Ernährungspolitik: von der Landwirtschaft über den Handel bis zum Teller.

Mehr Informationen

Kontakt

  • Nico Frommherz, Konsumexperte bei Greenpeace Schweiz, +41 78 233 35 22, [email protected]
  • Isabel Jaisli, Leiterin Forschungsbereich Nachhaltigkeitstransformation und Ernährungssysteme, ZHAW, +41 58 934 54 61, [email protected]
  • Medienstelle Greenpeace Schweiz, + 41 44 447 41 11, [email protected]