Essity, der zweitgrösste Hersteller von Hygienepapier-Produkten weltweit, trägt eine Mitverantwortung bei der Zerstörung von schützenswerten borealen Wäldern. In der Schweiz werden verschiedene Produkte von Essity vertrieben, darunter die Nastücher der Marke Tempo.

Neue Recherchen von Greenpeace International zeigen, dass Essity, der zweitgrösste Hersteller von Hygienepapier weltweit, eine wichtige Verantwortung dafür trägt, dass grosse schützenswerte Flächen der grossen Wälder des Nordens – der borealen Wälder – zerstört werden, namentlich in Schweden, Finnland und Russland.

Essity ist hierzulande bei den Konsumentinnen und Konsumenten vor allem über die Marke Tempo bekannt. Der Bericht «How Europe’s Tissue Giant Is Wiping Away The Boreal» von Greenpeace International zeigt auf, dass Essity seine Rohstoffe unter anderem von Holzfirmen bezieht, die nicht davor zurückschrecken, schützenswerte Waldgebiete im Norden unseres Planeten zu zerstören.

Zerstörung eines wertvollen Ökosystems
In Schweden, wo Essity seinen Hauptsitz hat, zeigt sich die Problematik beispielhaft. Essity kauft Holzzellstoff bei der Firma SCA, die noch bis im Juni dieses Jahres unter dem gleichen Unternehmensdach beheimatet war wie Essity selbst. SCA fällt Bäume in Waldgebieten, welche die schwedischen Behörden als ökologisch besonders wertvoll identifiziert haben. In diesen Gebieten leben auch bedrohte Tierarten. Gleichzeitig hat SCA Wälder mit einer invasiven Kiefersorte aufgeforstet, die den Lebensstil der indigenen Sami bedroht. Ähnliche Probleme zeigen sich bei den russischen und finnischen Zulieferern von Essity.

Die borealen Wälder machen fast einen Drittel der gesamten Waldfläche des Planeten aus und spielen eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz – die Wälder des Nordens sind der grösste Kohlenstoffspeicher der Welt. Sie sind ausserdem enorm wichtig für die Biodiversität. Dennoch steht nicht einmal 3 Prozent dieser Wälder unter Schutz.

Essity muss Verantwortung übernehmen
«Wie kann man akzeptieren, dass so wertvolle Wälder zerstört werden für Produkte, die nach einmaligem Gebrauch im Abfall oder im Klo landen?», fragt sich Claudine Gubelmann-Largo, Leiterin der Waldkampagne von Greenpeace Schweiz. «Essity ist eines der marktführenden Unternehmen im Bereich Hygienepapier. Als solches muss es auch führend werden im dringenden Kampf für die Rettung der borealen Wälder.»

«Wenn Essity seine Reputation nicht aufs Spiel setzen will, muss die Firma dringend ihre Lieferkette bereinigen», sagt Gubelmann-Largo. Greenpeace fordert Essity auf, aus jeglichen Geschäftsbeziehungen auszusteigen mit Firmen, die in die Zerstörung von wertvollen borealen Waldgebieten involviert sind. Essity muss zudem transparenter werden: Bei jedem Produktionsschritt müssen die Rohstoffe nachverfolgbar sein. Schliesslich muss Essity sicherstellen, dass ihre Zulieferer die Rechte der Indigenen respektieren und Karten mit den Holzschlag-Gebieten publizieren.

Für weitere Informationen:
Thomas Mäder, Medienverantwortlicher Greenpeace Schweiz, 044 447 41 74, thomas.maeder@greenpeace.org

Der Bericht «How Europe’s Tissue Giant Is Wiping Away The Boreal»:
Vollständiger Bericht auf Englisch
Zusammenfassung auf Deutsch