Vorreiter im Kampf gegen Heizpilze gesucht

6.02.2008  Greenpeace fordert ein Verbot von Aussenheizungen

Zürich. Wärmestrahler oder so genannte Heizpilze verbreiten sich rasant, vor allem in Restaurantgärten und vor Strassencafés. Das zeigen der gestrige Kassensturzbericht sowie Greenpeace-Recherchen bei diversen Anbietern. Verkaufszahlen sind stark steigend. Händler sind vor allem aktiv in Kantonen mit Gaststätten-Rauchverbot, was sich im Tessin bereits deutlich bemerkbar macht. Die Heizpilze sind Klimakiller, denn Sie verursachen hohe CO2-Emissionen. Greenpeace sucht nun Vorreiter-Städte und -Kantone, die diese CO2- und Strom-Schleudern verbieten.

Die Mehrzahl der Kantone hat eine bestehende Vorschrift übernommen, welche die Beheizung durch fest installierte Aussenheizungen nur mit Erneuerbaren Energien oder nicht anders nutzbarer Abwärme zulässt. Diese schliesst jedoch mobile Heizgeräte, also elektrisch oder gasbetriebene Terrassenstrahler nicht ein. Gewisse Kantone wiederum sehen die Energieverschwendung unter freiem Himmel nicht so brisant und haben noch gar keine Rechtsgrundlage für Aussenheizungen, wie zum Beispiel der Aargau.

Vier bollernde Gas-Heizstrahler vor einem Restaurant belasten mit ihrem CO2-Ausstoss das Klima so, als würden dort sechs Autos mit laufenden Motoren stehen. Wenn fünf elektrische Heizstrahler auf einer Restaurantterrasse zwölf Stunden in Betrieb sind, verbraucht das soviel Strom wie der Energiebedarf eines gut isolierten Einfamilienhauses an einem Wintertag.

«Jegliche Arten von Aussenheizungen gehören schweizweit verboten. Sie belasten unnötig das Klima und produzieren atomare Abfälle. Bund oder Kantone müssen die absurde Energieverschwendung stoppen», sagt Annette Reiber von der Energieeffizienzkampagne von Greenpeace Schweiz. Die Forderung nach einem Verbot der elektrischen und gasbetriebenen mobilen Aussenheizungen richtet sich an die Energiedirektoren und Energiefachstellen. Die aktuelle Revision der Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich bietet sich dafür an.

Greenpeace hat deshalb eine Umfrage bei allen kantonalen Fachstellen und den 20 grössten Schweizer Städten lanciert. Ziel ist Vorreiterstädte benennen zu können, die bereits Vorschriften zu den Heizpilzen erlassen haben oder ein Verbot dieser ineffizienten Geräte baldmöglichst durchsetzen wollen. Erste Ergebnisse zeigen, dass Vorschriften für Heizpilze fast durchwegs fehlen. Die vollständigen Antworten der Energiefachstellen zu diesem Thema werden bis Ende Februar vorliegen.

Zum Kassensturz-Beitrag auf www.sf.tv

Weitere Informationen bei:
Annette Reiber, Energieeffizienzkampagne Greenpeace Schweiz 044 447 41 84
Greenpeace-Medienabteilung 044 447 41 11




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