Wie sähe eine Welt aus, in der weltweit agierende Konzerne tatsächlich Verantwortung übernehmen? Verantwortung nicht nur im eigenen Land, sondern global? Wie sähe eine Welt aus, in der die Konzerne nicht mehr dem Profit, sondern dem Planeten verpflichtet sind? Greenpeace hat heute die internationale Studie „Gerechtigkeit für Mensch und Planet – Machtmissbrauch, Kollusion und Straflosigkeit der Konzerne beenden“ veröffentlicht.  Mit 10 Prinzipien möchten wir aufzeigen, wie eine solche Welt möglich ist. Denn wir sind überzeugt: Es wäre eine bessere, eine friedlichere und eine gerechtere Welt in der Mensch und Umwelt gesund bleiben.

Anhand von 20 Fällen haben wir untersucht, woran das globalisierte Wirtschaftssystem krankt. Dabei haben wir diese 10 Prinzipien zur Konzernverantwortung entwickelt, die weltweit durchgesetzt werden müssen:

  1. Der Mensch und die Umwelt, nicht Unternehmen, müssen im Zentrum der Regierungspolitik und des öffentlichen Lebens stehen. 
  2. Die Öffentlichkeit soll an allen politischen Entscheidungen beteiligt werden.
  3. Staaten sollen auf Regelungen verzichten, die Umwelt- oder Menschenrechte untergraben.
  4. Unternehmen sollen verbindlichen Regeln unterliegen, und zwar sowohl dort, wo sie ansässig sind, als auch dort, wo sie tätig sind.
  5. Staaten sollen eine verbindliche Sorgfaltsprüfungspflicht vorschreiben sowie eine Verantwortung über den gesamten Lebenszyklus («cradle to grave») für Produkte und Dienstleistungen von Konzernen.
  6. Staaten sollen stetige Verbesserungen der Standards fördern, indem sie Unternehmen verbieten, Tätigkeiten im Ausland auszuüben, die im Land ihres Firmensitzes aufgrund von Risiken für Umwelt- und Menschenrechte verboten sind.
  7. Staaten sollen verbindliche Regelungen erlassen, die für Transparenz in allen Unternehmens- und Regierungstätigkeiten sorgen, die einen Einfluss auf Umwelt- und Menschenrechte haben, einschliesslich Handel, Steuern, Finanzen und Investitionsregelungen.
  8. Unternehmen und ihre Führungskräfte sollen haftbar sein für Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen, die im Inland oder im Ausland durch von ihnen beauftragte Unternehmen begangen werden.
  9. Menschen, die von Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen betroffen sind, sollen Zugang zu wirksamen Rechtsmitteln und Wiedergutmachung erhalten, wenn nötig auch in den Herkunftsstaaten der Unternehmen.
  10. Staaten müssen die geschaffenen regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen auch tatsächlich durchsetzen.

Willst du uns bei unserem Kampf für die Durchsetzung dieser 10 Prinzipien unterstützen? Dann trag dich gleich hier als UnterstützerIn ein!

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Oder willst du es erst genau wissen? Dann kannst du hier die deutschsprachige Zusammenfassung unserer Studie lesen.
Immer noch Informations-Durst? Hier findest du die vollständige Studie auf Englisch.

Riesige Justitia-Statue in Davos
Um unsere Forderungen zu unterstützen, haben Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten heute in Davos eine sechs Meter hohe Justitia-Statue aufgestellt. Dort, wo sich nächste Woche Führungskräfte aus Wirtschaft und Politik am World Economic Forum (WEF) treffen, haben sie Gerechtigkeit für Mensch und Planet gefordert. Immerhin sind 20 der in der Studie insgesamt erwähnten Konzerne offizielle Sponsoring-Partner oder Teilnehmer des WEF.

Unübersehbares Mahnmal: Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten stellen im Hinblick aufs WEF eine riesige Justitia-Statue in Davos auf (© Greenpeace / Ex-Press / Flurin Bertschinger)

Und natürlich ist es wichtig, dass gerade auch in der Schweiz unsere Botschaft gehört wird: Bei 4 der 20 Fälle geht es um Fehlverhalten von Firmen aus der Schweiz (siehe unten). Damit sich solche üblen Geschichten nicht wiederholen, wurde die Konzernverantwortungs-Initiative lanciert, über die wir möglicherweise noch dieses Jahr abstimmen.

Die Fälle, in die Schweizer Firmen involviert sind (Informationen auf Englisch):