Wie nachhaltig ist das Holzlabel FSC? Ein Recherche-Team hat sich dieser Frage angenommen. Ihre Reportage macht traurig.

«Die Ausbeutung der Urwälder – kann ein Ökosiegel die Forstindustrie stoppen?». Das ist der Titel eines Dokumentarfilms, der der Frage nachgeht, ob FSC (Forest Stewardship Council), das weltweit beste Ökolabel im Wald- und Holzbereich, die globale Abholzung der Urwälder bremsen kann. Das Resultat der zweijährigen Recherche ist ernüchternd: FSC vermag bestehende Gesetzeslücken zum Schutz von Urwäldern nicht ausfüllen. Im Gegenteil: Mit Hilfe des Labels wird immer tiefer in intakte Urwaldgebiete eingeholzt — mit gravierenden Folgen für die lokalen Bevölkerungsgruppen und die Tierwelt.

Die inzwischen 25-jährige Geschichte des FSC-Labels zeigt, dass freiwillige Mechanismen nicht genügen, um die letzten intakten Urwaldgebiete zu erhalten. Konflikte mit der lokalen und indigenen Bevölkerung, welche von der Nutzung ihres Waldes und Landes abhängig ist, sind in Hochrisikogebieten wie dem Kongobecken oder Brasilien an der Tagesordnung.

Eine Umweltschützerin aus Schweden, welche seit zehn Jahren unermüdlich und erfolglos Beschwerden bei FSC wegen Abholzung der letzten Urwaldreste in ihrem Land einreicht, bringt es auf den Punkt: «FSC als Ökolabel zu bezeichnen ist irreführend. Das Label versucht lediglich, die Interessen zwischen Ökologie, Industrie sowie Sozialem in einem demokratischen System auszugleichen.» Leider vermag die Seite mit den meisten Geldmitteln, die Holzindustrie, sich am besten durchsetzen.

Die Dokumentation thematisiert unter anderem eine der grössten Schwachstellen des FSC-Systems: «Controlled Wood». Das scheinbar kontrollierte Holz, welches gekennzeichnet als «FSC Mix» in einer breiten Palette an Papierprodukten wie WC-Papier landet, wird lediglich vom Schreibtisch aus kontrolliert. Konsumentinnen und Konsumenten können nicht darauf vertrauen, dass mit «FSC Mix» gekennzeichnete Produkte nicht aus Urwaldzerstörung stammen.

Dennoch sind sich viele Umweltorganisationen einig: Andere Holzlabels sind noch schwächer und schlechter als FSC. Die gesamte globale Waldzertifizierung steckt in der Krise. Und dies in einer Zeit, in welcher wir mittels Entwaldungsstopp und Aufforstungen bis zu 37% der gemäss Pariser Abkommen bis 2030 erforderlichen Treibhausgasreduktion erreichen könnten.

Eine Lösung hat momentan niemand. Das FSC-Label braucht es weiterhin für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wirtschaftswäldern. Die Voraussetzung: FSC muss sich dringend aus der Abholzung von schützenswerten Urwaldgebieten zurückziehen. Es braucht zudem griffige gesetzliche Massnahmen zu Schutzgebieten einerseits, und zur Reduktion von papierbasierten Einweg-Produkten und von Verpackungsmaterial andererseits. Das wären erste wichtige Schritte zu mehr Urwaldschutz.

Greenpeace Schweiz hatte ihre FSC-Mitgliedschaft bereits Ende 2017 gekündigt – dies aus der Überzeugung heraus, dass unabhängige Kritik mehr nützt, um die dringend nötigen Reformen bei FSC voranzubringen.

 

Zero Waste

Unsere Vision «Zero Waste» bedingt ein Umdenken und achtsames Konsumieren von uns allen (Rethink). Damit vermeiden wir auch gleich alles wirklich Unnötige (Reduce). Für die restlichen Verpackungen steigen wir auf Mehrwegbehälter (Reuse) um, und diese rezyklieren wir an deren Lebensende (Recycle). Natürlich wählen wir für sie auch das umweltfreundlichste Material (Replace).