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Dear Nestlé, dear Nestlé employees,

We are aware that the plastic pollution crisis is an urgent concern for many of you, and are sure that your company could implement more sustainable solutions than it has planned so far.

We therefore hope to have your support to help Nestlé make the leap from a throwaway-based business model to a truly socially and environmentally sustainable one.

As an inspiration for internal discussions, we would like to share with you our comments, suggestions and questions on Nestlé’s official statement about our concerns and demands.

«Tackling plastic pollution, especially in our oceans, is an urgent priority for us. We take this responsibility seriously. We support all efforts to raise awareness and find solutions to the plastic waste problem.»

We are glad to hear that Nestlé is officially supporting our efforts to solve the plastic pollution problem! However, the only truly sustainable solution is to reduce the production of disposable packaging worldwide. What if Nestlé were to start reducing the amount of pollution it creates?

«In April last year, we pledged to make 100% of our packaging recyclable or reusable by 2025.”

Just because plastic is “recyclable” does not mean it will actually be recycled. In fact, only 9% of the plastic ever produced has been recycled. And we wonder what percentage of disposable packaging Nestlé intends to make reusable?

«We are committed to making a significant difference everywhere we operate. That is why we have been working with governments, NGOs, suppliers, waste managers, retailers as well as other companies to take meaningful actions. As we deploy new solutions, we will never compromise the health of our consumers. The safety and quality of our foods and beverages are non-negotiable.”

It is important to hear that Nestlé would never compromise consumer health. However, it’s not healthy for people to live among piles of plastic waste, or for marine creatures to live in seas full of plastic. Plastic can even be found in our own bodies as microplastics. It’s been found in our water and in our food, and scientists are only just beginning to research and understand the implications.

«We are determined to reduce our use of single-use plastics.»

Great. Now we need transparent, concrete and ambitious annual reduction targets in order to understand whether this determination will actually lead to implementation.

An elderly female waste picker rummages through trash at a dumpsite in Dumaguete City, Philippines.

«We are introducing reusable packaging, new delivery systems and innovative business models. We are currently testing reusable ice cream containers for our Häagen-Dazs brand in the U.S. Dispensers for NESCAFÉ and MILO are already available in many countries around the world. In early 2020, we will launch new water dispensers using state-of-the-art technology, allowing consumers to fill their own reusable bottles.»

We are happy to hear Nestlé is investing in reusable and refillable systems. Now this should be done on a scale big enough to make a difference.

«These innovative models are promising. They are part of a broader set of actions, which include promoting recycling and developing novel biodegradable and compostable packaging solutions.»

Currently, only 14 percent of the world’s plastic waste is recycled, regardless of whether the packaging is recyclable or not. We should also note that Nestlé will never have control over where its disposable packaging products end up. The announced shift to disposable packaging made of other materials will not solve the problem, but rather only shift it. Paper packaging depends on pulp production, which means cutting down climate-relevant forests or growing monoculture-plantations. Bioplastics also consume valuable resources, compete with food production and, in some cases, hardly dissolve in water.

«Everyone at Nestlé is committed to making further progress in tackling this global problem. We look forward to working in a constructive manner with all those who want to shape a waste-free future.»

We believe that Nestlé has enough innovative and talented people on board to drive real and systemic solutions. As a prerequisite for reaching truly sustainable packaging solutions, the company should be transparent about its single-use packaging footprint and implement a concrete, ambitious and time-bound action plan to replace disposable packaging with alternative delivery and distribution systems.

With best regards,
Greenpeace


Liebe Nesté, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Nestlé

Wir wissen, dass die Verpackungsmüllkrise auch vielen Nestlé-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein dringendes Anliegen ist und glauben, dass das Unternehmen nachhaltigere Lösungen als was bisher geplant ist, umsetzen könnte. Wir hoffen deshalb auf die Unterstützung vieler Mitarbeitenden, damit Nestlé den Sprung von einem auf Wegwerfkultur basierenden, finanziell nachhaltigen Geschäftsmodell zu einem ebenso sozial und ökologisch nachhaltigeren Modell schafft.

Im folgenden möchten wir gerne Punkt für Punkt auf Nestlés offizielles Statement zu unseren Anliegen und Forderungen eingehen.

«Die Vermeidung von Plastikmüll, insbesondere in unseren Meeren, ist für Nestlé ein dringendes Anliegen. Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst und unterstützen alle Anstrengungen, die dazu beitragen, auf die Müllproblematik aufmerksam zu machen und diese zu lösen.»

Es freut uns sehr, dass Nestlé unsere Anstrengungen für eine Lösung des Plastikverschmutzungsproblems unterstützt! Die einzig wirklich nachhaltige Lösung besteht jedoch darin, die Produktion von Einwegplastik-Verpackungen weltweit zu reduzieren. Wie wäre es, wenn Nestlé damit beginnen würden?

«Im April vergangenen Jahres haben wir uns dazu verpflichtet, 100% unserer Verpackungen bis 2025 recycelbar oder wiederverwendbar zu machen.»

Nur weil Plastik rezyklierbar ist, heisst das nicht, dass es auch wirklich rezykliert wird. Die weltweite Recyclingrate beträgt gegenwärtig nämlich bloss 14%. Und wir fragen uns, welchen Prozentsatz ihrer Einwegverpackungen gedenkt Nestlé wiederverwendbar zu machen?

«Überall, wo wir tätig sind, wollen wir einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung dieses Problems leisten. Deshalb arbeiten wir mit Regierungen, Nichtregierungsorganisationen, Entsorgern, Einzelhändlern und anderen Unternehmen bereits an einer Vielzahl relevanter Massnahmen. Wenn wir neue Verpackungslösungen einsetzen, steht die Gesundheit unserer Konsumenten immer an erster Stelle. Am Grundsatz, die Sicherheit und Qualität unserer Lebensmittel und Getränke zu gewährleisten, werden wir nicht rütteln.»

Es ist wichtig zu hören, dass sie die Gesundheit der Konsumenten nie aufs Spiel gesetzt würde. Jedoch ist für Menschen ein Leben zwischen Plastikabfallbergen ebenso ungesund wie für Meereslebewesen ein Leben in plastikverseuchten Ozeanen. Mittlerweile kann man Plastik in unseren eigenen Körpern nachweisen. Plastik wird zudem in unserem Wasser und in unserer Nahrung gefunden, und die Wissenschaft versteht noch kaum, was das alles für Auswirkungen hat.

«Wir sind fest entschlossen, den Verbrauch von Einwegplastik zu reduzieren.»

Jetzt braucht es einfach noch transparente, konkrete und ambitiöse jährliche Reduktionsziele, damit man nachvollziehen kann ob diese Entschlossenheit tatsächlich zur Umsetzung führt.

Eine Müllsammlerin in Dumaguete City, Philippinen

«Aus diesem Grund führen wir wiederverwendbare Verpackungen, alternative Vertriebswege und neue Geschäftsmodelle ein. In den USA testen wir aktuell wiederverwendbare Behälter für Speiseeis der Marke Häagen-Dazs. In zahlreichen Ländern rund um den Globus bieten wir bereits nachfüllbare Dispenser für NESCAFÉ and MILO an.»

Es ist gut, dass Nestlé in wiederverwendbare und wiederabfüllbare Systeme investiert. Nun sollte dies einfach in einem Umfang erfolgen, der gross genug ist, damit es überhaupt etwas bewirkt.

« Anfang 2020 werden wir technologisch innovative Wasser-Dispenser einführen, die Konsumenten mit ihren eigenen wiederverwendbaren Wasserflaschen nutzen können.»

Vielerorts ist diese Technologie bestens bekannt unter dem Namen Wasserhahn.

«Dies sind vielversprechende Entwicklungen. Sie sind Teil eines umfassenderen Massnahmenkatalogs. Dieser schliesst auch unser Engagement für optimierte Recyclingsysteme sowie die Entwicklung biologisch abbaubarer und kompostierbarer Verpackungen ein.»

Gegenwärtig wird nur 14 Prozent des Plastikmülls weltweit rezykliert, unabhängig davon, ob die Verpackungen rezyklierbar sind oder nicht. Zudem wird Nestlé niemals die Kontrolle darüber haben, wo ihre Einwegverpackungsprodukte landen werden. Die angekündigte Umlagerung zu Wegwerfverpackungen aus anderen Materialien wird das Problem nicht lösen, sondern nur verschieben. Papierverpackungen brauchen Zellstoff, dafür werden klimarelevante Urwälder abgeholzt und Mono-Plantagen angebaut. Auch Bioplastik verbraucht wertvolle Ressourcen, konkurriert die Lebensmittelproduktion und löst sich im Wasser zum Teil ebenfalls kaum auf.

«Wir alle bei Nestlé setzen uns für weitere Fortschritte bei der Bewältigung dieses globalen Problems ein. Wir begrüssen eine konstruktive Zusammenarbeit mit all jenen, die mit uns eine abfallfreie Zukunft gestalten wollen.»

Wir konnten in Nestlés publizierten Massnahmen zur Bekämpfung des Verpackungsmüllproblems bisher noch keinen entscheidenden Beitrag zur Lösung des globalen Verpackungsproblems erkennen. Wir glauben jedoch, dass Nestlé genug innovative und talentierte Köpfe unter den Mitarbeitenden an Bord hat, welche echte und systemische Lösungen vorantreiben könnten.

Als Voraussetzung dazu muss das Unternehmen detaillierte Transparenz zum Verpackungs-Fussabdruck an den Tag legen und einen konkreten, ambitionierten Aktions- und Zeitplan anstreben, um Einwegverpackungen durch alternative Liefer- und Verteilungssysteme zu ersetzen. Nur so kann der Teufelskreis von Verschwendung, Zerstörung und Verschmutzung durch Einwegverpackungen durchbrochen werden.

Mit besten Grüssen

Greenpeace