Am 11. Mai ist Swiss Overshoot Day. Ab jetzt haben wir unsere natürlichen Ressourcen aufgebraucht. Für weniger Ressourcenverbrauch benötigen wir systemische Veränderungen, zum Beispiel über das Wirtschaftsmodell der Donut-Ökonomie.
Am 11. Mai ist Swiss Overshoot Day. Wir haben alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die uns rechnerisch für das ganze Jahr zustehen. Ab jetzt leben wir auf Kosten anderer Länder und künftiger Generationen. Würden alle Menschen so leben wie in der Schweiz, bräuchte es über 2,8 Erden.
Der Swiss Overshoot Day fällt seit Jahren auf ein ähnliches Datum. Im vergangenen Jahr auf den 7. Mai, 2022 und 2023 auf den 13. Mai. Je weiter hinten im Kalender der Overshoot Day liegt, desto geringer der Ressourcenverbrauch. Doch da ist kaum etwas passiert. Die minimalen Verschiebungen zeigen: Die Schweiz tritt auf der Stelle.
Der Overshoot Day basiert auf den jährlichen Berechnungen des Global Footprint Network. Verglichen wird der ökologische Fussabdruck eines Landes mit den weltweit verfügbaren natürlichen Ressourcen.
Es braucht systemische Veränderungen
Zwar verbrauchen wir im Inland tendenziell weniger Ressourcen, was unter anderem zu einem geringeren CO2-Ausstoss führt.
Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Zählt man die importierten Emissionen dazu, gehört die Schweiz pro Kopf gemäss SRF-Data weltweit zu den grössten Umwelt-Frevlern. Aktuell sind die importierten Emissionen rund 3,75 Mal so hoch wie die inländischen Emissionen. Importierte Emissionen entstehen bei der Herstellung im und beim Transport von Gütern aus dem Ausland.
Damit sich das ändert, braucht es systemische Veränderungen und ein ganzheitliches Verständnis, wie Umwelt und Mensch miteinander agieren. Ein entsprechendes Modell liefert zum Beispiel die Donut-Ökonomie.
Greenpeace-Gemeindeprojekt als Chance
Der innere Rand des Donuts steht für das «gesellschaftliche Fundament» mit Grundbedürfnissen wie politische Teilhabe, Gesundheit und Bildung. Der äussere Rand steht für die planetaren Belastungsgrenzen wie Wasser- und Bodenverbrauch, Klimawandel und Verlust der Artenvielfalt.
Das gute Leben für alle findet auf dem Donut statt. Niemand soll ins Loch fallen, niemand darf die planetaren Belastungsgrenzen überschreiten.
Genau das will Greenpeace Schweiz mit dem Gemeindeprojekt. Fast 3000 Menschen haben Gemeinden nominiert, von denen sie glauben, dass sie in die Donut-Ökonomie einsteigen möchten. Neun Gemeinden haben das Nominierungsziel erreicht. Zurzeit steht Greenpeace in Kontakt mit ihnen, um das Interesse zu klären.
Das Gemeindeprojekt kann langfristig dazu beitragen, dass der Swiss Overshoot Day im Kalender nach hinten rückt – zum Wohl von Mensch und Planet.
Weitere Informationen
Greenpeace-Video zum Swiss Overshoot Day «Einen Donut, bitte!»
Kontakt
Annina Aeberli, verantwortlich für das Donut-Gemeindeprojekt, [email protected], 079 128 58 73
Roland Gysin, Greenpeace Schweiz Medienstelle, [email protected], 044 447 41 17


