Die Lebensmittelkonzerne Nestlé und Danone verkaufen Babynahrung, die mit Mikroplastik verunreinigt ist. Wir haben Mikroplastik in Quetschbeuteln der beiden Lebensmittelmultis nachgewiesen. Dies gibt Anlass zu dringender Sorge hinsichtlich der Sicherheit von Produkten, die für Babys vermarktet werden.
Der Bericht «Tiny Plastics, Big Problem: The Hidden Health Risks of Baby Food Plastic Pouches» fasst die Erkenntnisse aus Laboruntersuchungen von Quetschies zusammen. Untersucht wurden die Babynahrungsmarken «Gerber» von Nestlé und «Happy Baby Organics» von Danone, welche in den USA und Südamerika verkauft werden. In jeder analysierten Probe wurden Mikroplastikpartikel gefunden.
Die Untersuchung lässt auch darauf schliessen, dass in der Verpackung und der Babynahrung eine Reihe von Chemikalien vorhanden waren. Das deutet darauf hin, dass die Plastikverpackung selbst die Kontamination verursachen könnte. Ist dies der Fall, sind Babys potenziell Tausenden von mikroskopisch kleinen Plastikfragmenten ausgesetzt, wenn sie Quetschies essen.
«Diese Ergebnisse sind ein Schock für Eltern, die darauf vertrauen, dass diese Marken sichere und gesunde Lebensmittel für ihre Babys anbieten. Doch in der Realität können Konzerne wie Nestlé und Danone, die von Plastik abhängig sind, nicht garantieren, dass ihre Produkte kein Mikroplastik und keine Chemikalien enthalten», sagt Joëlle Hérin, Konsum- und Kreislaufwirtschaftsexpertin bei Greenpeace Schweiz.
Die wichtigsten Ergebnisse:
- Pro Gramm der getesteten Babynahrung fanden die Forscher:innen in Nestlés Gerber-Quetschies durchschnittlich bis zu 54 Mikroplastikpartikel und in Danones Happy-Baby-Organics-Quetschies bis zu 99 Partikel. Das entspricht bis zu 270 (Gerber) bzw. 495 (Happy Baby Organics) Mikroplastikpartikeln pro Teelöffel.
- Die Studie schätzte die Gesamtzahl pro Gerber-Quetschie auf mehr als 5’000 Partikel und mehr als 11’000 Partikel in jedem Quetschie von Happy Baby Organics.
- Die Studie fand ausserdem verschiedene Chemikalien, die mit Plastik in Verbindung stehen in der Verpackung und in der Nahrung. Darunter eine Chemikalie, die potenziell hormonaktiv ist, in den getesteten Gerber-Proben.
- Die Studie deutet auf einen Zusammenhang hin zwischen dem Plastik Polyethylen, mit dem die Quetschies ausgekleidet sind, und einigen der in der Babynahrung gefundenen Mikroplastikpartikeln.
Plastik-Quetschbeutel haben sich weltweit schnell zur am weitesten verbreiteten Verpackungsform für Babynahrung entwickelt. Es ist die am schnellsten wachsende Verpackungsform. 2025 hatten sie einen globalen Marktanteil von 37,15 Prozent. Täglich werden Millionen Quetschies gekauft, was bedeutet, dass Millionen von Babys möglicherweise Mikroplastik mit ihrer Nahrung aufnehmen.
Diese Entwicklung spiegelt einen generellen Anstieg der Plastikproduktion und -nutzung, der grösstenteils von grossen Konsumgüterunternehmen getrieben wird. Allein auf Verpackungen entfallen rund 40 Prozent der weltweiten Plastikproduktion. Eines der am schnellsten wachsenden Segmente sind flexible, mehrschichtige Plastikverpackungen, die schwierig zu recyceln sind und in manchen Regionen die Umwelt massiv belasten.
Wir fordern den Schweizer Multi Nestlé und alle Hersteller von Babynahrung auf, ihre Produkte unverzüglich zu überprüfen und nachzuweisen, dass ihre Produkte keine Gesundheitsrisiken für Babys und Kleinkinder darstellen. Sie müssen sich dazu verpflichten, Plastikverpackungen schrittweise abzuschaffen und mit ungiftigen, plastikfreien und wiederverwendbaren Alternativen zu ersetzen.
Wir fordern die Länder, die aktuell über ein UN-Plastikabkommen verhandeln, auf, diese Produkte zu verbieten, die Plastikproduktion zu reduzieren und die unkontrollierte und unregulierte Verschmutzung durch Plastik und Chemikalien zu beenden.
«Plastikverschmutzung zerstört unsere Umwelt und gelangt in unseren Körper, und zwar schon ab dem Säuglingsalter. Weniger Plastik zu produzieren und schädliche Chemikalien zu beseitigen ist unerlässlich, um die menschliche Gesundheit zu schützen, insbesondere die Gesundheit unserer Kinder», schliesst Joëlle Hérin.
Mit über 700 kg pro Person produziert die Schweiz viel zu viel Abfall. Einwegverpackungen machen einen Grossteil dieser Abfälle aus. Wir müssen handeln!


