Die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» ist eine Mogelpackung. Die Initiant:innen nennen ihre Vorlage auch «Nachhaltigkeitsinitiative». Doch für den Schutz von Klima und Artenvielfalt ist nicht die Bevölkerungszahl entscheidend, sondern eine konsequente Umweltpolitik.
Die Kampagne für die Initiative «Keine 10-Millionen Schweiz» wirbt mit dem Etikett «Nachhaltigkeit». Doch die Initiant:innen sind für Umwelt- und Klimafragen keine glaubwürdige Absender:innen. Sie sprechen von «Nachhaltigkeit», obwohl es sich um eine Einwanderungsvorlage handelt. Doch für den Schutz von Klima und Artenvielfalt ist nicht die Bevölkerungszahl entscheidend.
Für Greenpeace heisst eine nachhaltige Politik:
- Eine zukunftsgerichtete Energiepolitik mit Wasser-, Solar- und Windkraft – ohne neue Atomkraftwerke. Sie sind zu teuer, würden viel zu spät kommen und sind ein unkalkulierbares Risiko.
- Ein Ernährungssystem mit Fokus auf pflanzlicher Produktion und Lebensmitteln, inklusive weniger Abhängigkeiten von grossen Marktakteuren im In- und Ausland.
- Eine Wirtschaft, die Wachstum und Wohlstand nicht miteinander verwechselt. Dazu braucht es ein ganzheitliches Verständnis, wie Umwelt und Mensch zusammen agieren. Ein entsprechendes Modell liefert zum Beispiel die Donut-Ökonomie.
Gut zu wissen: Beim Umweltrating sind Politiker:innen aus dem Umfeld der Initiant:innen mit Abstand am Schluss der Rangliste. Mit dem Rating dokumentieren die grossen Umweltorganisationen das Abstimmungsverhalten von Parlamentarier:innen zu Umwelt- und Klimafragen.
So weisen zum Beispiel die Mitglieder der SVP bei Halbzeit der aktuellen Legislaturperiode einen Wert von 1,5 Prozent auf. Im Ständerat sind es 10,1 Prozent. Je höher der Wert, desto umweltfreundlicher das Abstimmungsverhalten. Das Maximum beträgt 100 Prozent.


