Heute ging die Greenpeace-Expedition zu Unterwasserbergen und hydrothermalen Quellen in der arktischen Tiefsee zu Ende. Die Wissenschaftler:innen gehen davon aus, mehrere neue Arten entdeckt zu haben – darunter mindestens drei neue Schwammarten. Die genaue Untersuchung passiert in den nächsten Monaten.

Fotos und Videos der Expedition sind hier verfügbar. Möglicherweise neu entdeckte Arten.

Die «Deep Arctic Expedition» von Greenpeace führte Forscher:innen während der vergangenen vier Wochen an Orte, die noch nie zuvor ein Mensch gesehen hat. Ein Unterwasserroboter lieferte aus bis zu 3000 Metern Tiefe über 100 Stunden Videomaterial. Über 450’000 Menschen verfolgten die Live-Streams auf YouTube, TikTok und Instagram. 

Die Wissenschaftler:innen an Bord werden in den nächsten Monaten das Videomaterial und alle Proben im Detail analysieren. Sie gehen davon aus, dass während der Expedition mehrere neue Arten entdeckt wurden.

Greenpeace hofft, dass die Erkenntnisse der Expedition ein wichtiges Puzzleteil bei der Einrichtung von Meeresschutzgebieten in der Arktis sein werden.

Die Umweltorganisation setzt sich weltweit für ein Moratorium für den Tiefseebergbau und den Schutz von mindestens 30 Prozent der Ozeane bis 2030 ein.

Sandra Schöttner, leitende Wissenschaftlerin an Bord von Greenpeace International, sagt: «Die Tiefsee-Bergbauindustrie hat noch nicht begonnen, den Meeresboden aufzureissen. Wir haben deshalb die Möglichkeit, eine Umweltkatastrophe zu verhindern, bevor sie eintritt. Wir werden die Daten und Erkenntnisse der Expedition nutzen, um diese aussergewöhnlichen Ökosysteme ins Rampenlicht zu rücken und die Politik zu bewegen, Meeresschutzgebiete einzurichten und ein Moratorium für den Tiefseebergbau zu unterstützen.»

Paco Cárdenas, Tiefseeschwamm-Experte am Museum für Evolution der Universität Uppsala, sagt: «Unter den über 400 gesammelten Schwammproben haben wir mindestens drei potenziell neue Arten identifiziert. Schwämme gibt es seit über 500 Millionen Jahren. Sie haben spezielle Abwehrstoffe entwickelt, um Gegner und Krankheitserreger abzuwehren. Die chemischen Verbindungen der hier vorkommenden Tiefseearten könnten ein Schlüssel zur Heilung aktueller und künftiger Krankheiten sein.»

Anne-Nina Lörz von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung sagt: «Wir konnten erstmals zahlreiche Arten und Ökosysteme – wie Bambuskorallen und Schwammgärten – in hoher Auflösung filmen. Die Analyse wird uns Einblicke in die Vernetzung und Verbreitung dieser erstaunlichen Lebewesen ermöglichen. Zudem haben wir höchstwahrscheinlich vier neue Arten von Amphipoden gefunden, die wir in den kommenden Monaten beschreiben und benennen werden.»

Die «Deep Arctic Expedition» stand unter der Leitung von Greenpeace Nordic, Greenpeace Deutschland und Greenpeace International.

Kontakt

Daniel Bengtsson, Leiter Kommunikation Greenpeace Nordic, +46 70 300 9510 (WhatsApp/Signal), [email protected]

Roland Gysin, Medienstelle Greenpeace Schweiz, 044 447 41 17, [email protected]