Finanzplatz befeuert Klimaerhitzung

Der Schweizer Finanzplatz ist einer der wichtigsten der Welt. Deshalb ist die Verantwortung der hier ansässigen Finanzakteure für einen globalen Klimaschutz enorm.

Doch noch nehmen die Banken, Versicherungen und Pensionskassen diese Verantwortung viel zu wenig wahr: Während alle Haushalte und Unternehmen in der Schweiz jedes Jahr knapp 50 Millionen Tonnen CO2 ausstossen, verschuldet der Finanzplatz mit seinen weltweiten Kapitalanlagen in fossile Energien jährlich rund 1100 Millionen Tonnen CO2.

Ohne Kredite und andere Mittel von Banken und Investoren und ohne Versicherungen ist es für Unternehmen schwierig, das Geschäft mit fossilen Energien aufrechtzuerhalten. Wir fordern deshalb die Schweizer Banken und Versicherungen auf, Firmen, die einen Grossteil ihres Umsatzes mit fossilen Energien erwirtschaften, nicht mehr zu finanzieren und zu versichern und in diese Unternehmen nicht mehr zu investieren.

Das Pariser Abkommen und der Finanzplatz Schweiz

Will die Staatengemeinschaft die im Pariser Klimaabkommen festgesetzte Begrenzung des Anstiegs der globalen Erderhitzung auf 1,5 Grad erreichen, müssen wir uns aus der Abhängigkeit von fossilen Energien befreien. Deshalb soll kein Geld mehr in Unternehmen fliessen, die Erdöl, Gas oder Kohle erschliessen, verarbeiten, handeln oder verkaufen.


Die Rolle der Banken

Um ein weltweites Klimachaos verhindern zu können, müssen wir uns auf eine kohlenstofffreie Wirtschaft vorbereiten.

Banken spielen hier eine wichtige Rolle: Mit der Finanzierung von Unternehmen entscheiden sie mit, ob auch in Zukunft fossile Brennstoffe im grossen Stil gefördert werden oder ob endlich den erneuerbaren Energien der Durchbruch gelingt.

Trotz Pariser Klimaabkommen: Schweizer Banken finanzieren immer noch besonders dreckige fossile Energien. Die Credit Suisse und die UBS haben von 2015 bis 2017 insgesamt 12,3 Milliarden US-Dollar für Unternehmen bereitgestellt, die besonders dreckige, sogenannt extreme fossile Brennstoffe nutzbar machen.

Schweizer Banken am Ende des fossilen Zeitalters

Eine Auswertung der Unternehmensfinanzierungen von Credit Suisse und UBS zeigen: Mit den 12,3 Milliarden US-Dollar haben die beiden Grossbanken total 182,9 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen finanziert. Im betrachteten Zeitraum war 2017 besonders schädlich für das Klima: Zwei Jahre nach der Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens finanzierten die zwei Grossbanken über die untersuchten 47 Unternehmen 93,9 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen. Das sind rund doppelt so viele Emissionen wie die Schweiz im Inland in einem Jahr verursacht.

Schweizer Banken und die von ihnen finanzierten Emissionen

Unsere Forderungen

  • Die beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS sollen der Öffentlichkeit verbindlich aufzeigen können, wie ihre Finanzströme mit dem Pariser Klimaabkommen in Einklang zu bringen sind.
  • Es braucht einen sofortigen Ausstieg aus der Finanzierung von Unternehmen, die mit Kohle und Teersand Geschäfte machen.

Indigene Rechte bedroht

Weltweit wollen Ölfirmen neue Pipelines realisieren. In Nordamerika führen diese Pipelines vielfach durch indigenes Land. Auslaufendes Öl gefährdet die Lebensgrundlage indigener Völker, die bereits heute unter den gravierenden Auswirkungen der Klimaerhitzung leiden. Deshalb ist die Finanzierung der Ölfirmen durch Schweizer Banken einzustellen.


Die Rolle der Versicherungen

Versicherungen sollen uns vor Katastrophenrisiken schützen. Und doch versichern viele dieser Gesellschaften bis heute die Risiken neuer Kohleprojekte und investieren Milliarden in Unternehmen, die Kohle und fossile Brennstoffe fördern. Diese Versicherungen tragen direkt zur Klimaerhitzung bei.

Immer mehr Versicherungen übernehmen Klimaverantwortung

Die beiden Schweizer Gesellschaften Swiss Re und Zurich Versicherung haben erste wichtige Schritte getan, um aus dem Kohlegeschäft auszusteigen. Jetzt gilt es, auch anderen fossilen Energien die Unterstützung zu entziehen.

Scorecard 2018 zu Versicherungen, Kohle und Klimawandel

Unsere Forderungen

  • Weltweit sollen Versicherungsgesellschaften die Versicherung von neuen Kohlekraftwerken und Kohlebergwerken ausschliessen.
  • Weltweit sollen Versicherer keine Versicherungen mehr für Unternehmen anbieten, die mehr als 30 Prozent ihrer Energieproduktion oder ihres Umsatzes mit Kohle machen.
  • Versicherer müssen die Beziehungen mit Unternehmen, die einen Grossteil ihres Umsatzes mit fossilen Energien erzielen, beenden und alle Investitionen abziehen.
  • Versicherer müssen von anderen kohlenstoffintensiven Unternehmen Übergangspläne verlangen.
  • Die Versicherer müssen ihr Engagement für erneuerbare Energien erhöhen.

Unsere Forderungen im Detail


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