Der Finanzplatz befeuert die Klimakrise

Der Schweizer Finanzplatz ist einer der wichtigsten der Welt. Deshalb ist die Verantwortung der hier ansässigen Finanzakteure für einen globalen Klimaschutz enorm.

Doch noch nehmen die Banken, Versicherungen und Pensionskassen diese Verantwortung viel zu wenig wahr: X-Billionen Franken fliessen über ihn als Kredite und Investitionen in die weltweite Wirtschaft und verursachen durch die wirtschaftlichen Aktivitäten, die sie finanzieren, ein vielfaches der Treibhausgase, welche die Schweiz im Inland ausstösst. Mit diesen Finanzierungen leisten sie im Moment einer globalen Erwärmung von 4 – 6 Grad Celsius Vorschub.

Finanzierungen von heute bestimmen die Wirtschaft von Morgen. Wenn wir die Pariser Klimaziele erreichen wollen, dann müssen auch die Finanzakteure (allen voran die Banken, die Versicherungen, Pensionskassen und andere Investoren) ihren Anteil dazu beitragen. Sie müssen ihre Investitionen und Fremdfinanzierungen aus klimaschädlichen Projekten und Unternehmen abziehen und in klimaneutrale umleiten, sodass sie ein Klimawandel-Szenario von maximal 1,5 Grad Erwärmung unterstützen.

Das Pariser Abkommen und der Finanzplatz Schweiz

Um die Klimakrise zu stoppen, müssen wir unsere Wirtschaft aus der Abhängigkeit von fossilen Energien und Rohstoffen befreien. Deshalb soll kein Geld mehr in Unternehmen fliessen, die Erdöl, Gas oder Kohle erschliessen, verarbeiten, handeln oder verkaufen.Die Finanzakteure spielen für diesen Wandel eine Schlüsselrolle.

👉 So wird der der Schweizer Finanzplatz klimafreundlich


Die Rolle der Banken und Investoren

Mit der Finanzierung von Unternehmen durch Kredite entscheiden Banken mit, ob auch in Zukunft fossile Brennstoffe im grossen Stil gesucht und gefördert werden oder ob sie erneuerbaren Energien zum Durchbruch verhelfen.

Der Greenpeace-Bericht «Klimaschädliche Geschäfte» zeigt auf, dass alleine die beiden Grossbanken UBS und CS seit der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens mit der Finanzierung von Unternehmen in der Kohle- Öl- und Gasbranche mehr Treibhausgasemissionen ermöglicht haben, als die ganze Schweiz im Inland ausgestossen hat.

Die Banken müssen deshalb sofort aufhören die Produktion von besonders schädlichen fossilen Brennstoffen zu finanzieren und kurzfristig einen Ausstieg aus allen fossilen Brennstoffen suchen.

Zudem sollen Banken mittelfristig ihre Geschäftsmodelle so transformieren, dass sie eine Wirtschaft finanzieren, welche mit dem 1,5-Grad-Ziel kompatibel ist. Dabei müssen sie auch die Vermögen ihrer Kunden so anlegen, dass diese keine klimaschädlichen Wirtschaftsaktivitäten mehr finanzieren.

Unsere Forderungen für einen klimafreundlichen Finanzplatz

In unserem Massnahmen-Vorschlag zeigen wir im Detail auf, wie der Schweizer Finanzplatz klimafreundlich werden kann.


Die Rolle der Versicherungen

Versicherungen sollen uns vor Katastrophenrisiken schützen. Und doch versichern viele dieser Gesellschaften bis heute die Risiken neuer Kohleprojekte und investieren Milliarden in Unternehmen, die Kohle und fossile Brennstoffe fördern. Diese Versicherungen tragen direkt zur Klimaerhitzung bei.

Immer mehr Versicherungen übernehmen Klimaverantwortung

Die beiden Schweizer Gesellschaften Swiss Re und Zurich Versicherung haben erste wichtige Schritte getan, um aus dem Kohlegeschäft auszusteigen. Jetzt gilt es, auch anderen fossilen Energien die Unterstützung zu entziehen.

Vergleich von Aktivitäten und Fortschritten verschiedener internationaler Versicherungen

Unsere Forderungen

  • Weltweit sollen Versicherungsgesellschaften die Versicherung von neuen Kohlekraftwerken und Kohlebergwerken ausschliessen.
  • Weltweit sollen Versicherer keine Versicherungen mehr für Unternehmen anbieten, die mehr als 30 Prozent ihrer Energieproduktion oder ihres Umsatzes mit Kohle machen.
  • Versicherer müssen die Beziehungen mit Unternehmen, die einen Grossteil ihres Umsatzes mit fossilen Energien erzielen, beenden und alle Investitionen abziehen.
  • Versicherer müssen von anderen kohlenstoffintensiven Unternehmen Übergangspläne verlangen.
  • Die Versicherer müssen ihr Engagement für erneuerbare Energien erhöhen.

Unsere Forderungen an Versicherungen im Detail


Aktuelle Beiträge

Story

Die Financiers der Klimakrise

von Greenpeace Schweiz

Der heute veröffentlichte Greenpeace-Bericht «Klimaschädliche Geschäfte: Finanzierte CO2-Emissionen von CS und UBS 2016 bis 2019» zeigt, dass beide Schweizer Grossbanken trotz grossmundiger Bekenntnisse zum Klimaschutz auch vier Jahre nach Abschluss…

Publikationen

Klimaschädliche Geschäfte

Mai 2020

Finanzierte CO²-Emissionen von UBS und CS von 2016 bis 2019

Banking on Climate Change 2020

März 2020

Die Credit Suisse und die UBS haben von 2016 bis 2018 zusammen rund 83,3 Milliarden US-Dollar zur Finanzierung von fossilen Brennstoffen zur Verfügung gestellt.

It’s the finance sector, stupid

Januar 2020

Banken, Versicherungen und Pensionskassen sind für den Klimanotstand ebenso verantwortlich wie die fossile Energiewirtschaft – insbesondere die Teilnehmer des WEF in Davos. Deutsche Zusammenfassung des Berichtes:

Versicherungen wollen sich an Kohle nicht länger die Finger verbrennen

Dezember 2019

Scorecard 2018 zu Versicherungen, Kohle und Klimawandel Immer mehr Versicherungen weltweit beenden die Versicherung für Kohleunternehmen, Kohlebergwerke und -kraftwerke und schliessen Kohle von ihren Investitionen aus. Das zeigt die neuste…

Banking on Climate Change 2019

März 2019

Die Credit Suisse und die UBS haben von 2016 bis 2018 zusammen rund 83,3 Milliarden US-Dollar zur Finanzierung von fossilen Brennstoffen zur Verfügung gestellt.

Schweizer Banken und die von ihnen finanzierten Emissionen

Januar 2019

Der im Auftrag von Greenpeace Schweiz erstellte Bericht, zeigt auf, wie viele Treibhausgasemissionen die Credit Suisse und die UBS zwischen 2015 und 2017 mindestens verantwortet haben.

Keine Kohle mehr versichern

Dezember 2018

Scorecard 2018 zu Versicherungen, Kohle und Klimawandel Immer mehr Versicherungen weltweit beenden die Versicherung für Kohleunternehmen, Kohlebergwerke und -kraftwerke und schliessen Kohle von ihren Investitionen aus. Das zeigt die neuste…

Das Unternehmensverhalten der Energy Transfer Partners

Juni 2018

Der jüngst von Greenpeace USA veröffentlichte Bericht «Zu Weit Zu Oft: Das Unternehmensverhalten der Energy Transfer Partners in Bezug auf Menschenrechte, freie Meinungsäußerung und die Umwelt» beschreibt die unmoralischen und…

Schweizer Banken am Ende des fossilen Zeitalters

April 2018

Die Credit Suisse und die UBS haben von 2015 bis 2017 insgesamt 12,3 Milliarden US-Dollar für Unternehmen bereitgestellt, die besonders dreckige, sogenannt extreme fossile Brennstoffe nutzbar machen. Auf die Bevölkerung…

Die Kantone und die Governance der Axpo: Mangelnde Steuerung erhöht die Risiken

Oktober 2015

Die Regierungsräte der Kantone Aargau und Zürich nehmen ihre Führungsaufgabe im Verwaltungsrat der Axpo nicht wahr. Sie missachten dabei gar ihre eigenen Richtlinien. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht im…

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