Schmuck hat mir noch nie viel gesagt, liebe Leser:innen. Wenn ich mal einen Ring oder eine Kette geschenkt bekommen habe, sind die nach zwei-, dreimal Tragen irgendwo in der Kommode verschwunden. Und trotzdem hat mich Instagram vor nicht allzu langer Zeit dazu verleitet, zusammen mit meinem Partner permanente Goldarmbändchen machen zu lassen. Kitschig? Absolut. Aber der Gedanke daran, etwas zu haben, das uns verbindet, war dann doch irgendwie auch schön. Und: Man kann es nicht abziehen. Ha!
Woran ich beim Armband-Kauf leider keinerlei Gedanken verschwendet habe, ist die Herkunft des Goldes. Denn wegen meiner Schmuck-Indifferenz kam ich bisher einfach nie auf die Idee, mich damit auseinanderzusetzen. Bitzli blauäugig? Auch hier: absolut.
Ich kann mir aber gut vorstellen, dass ich mit meiner Unkenntnis über Gold nicht allein bin. Weshalb wir dieses Magazin genau diesem Thema widmen. Wir zeigen, wie das Edelmetall aus illegalen Minen in Ghana in die Schweiz kommt und dabei eine Spur der Verwüstung hinterlässt (S. 16). Welche (desaströse) Rolle Quecksilber bei der Gewinnung spielt (S. 29). Und wieso ausgerechnet in der Schweiz beim Gold niemand so wirklich hinschauen will (S. 31).
Ich wünsche Ihnen schöne Festtage mit wenig Gold – aber viel Guetsli!
Danielle Müller, Redaktionsleitung


