Ab heute tagt in Kingston (Jamaika) die Internationale Meeresbodenbehörde. Greenpeace International hat der UNO-Organisation eine Studie vorgelegt mit Hinweisen auf Rechtsverstösse von Firmen mit sogenannten Forschungslizenzen für den Tiefseebergbau. Betroffen ist neben der kanadischen Firma The Metals Company auch die Schweizer Firma Allseas.
Greenpeace International hat zum Start der 31. Sitzung der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) eine Studie veröffentlicht mit Hinweisen auf Verstösse gegen vertragliche Verpflichtungen aus dem UNO-Seerechtsübereinkommen (UNCLOS).
Für die Vergabe von Lizenzen für Tiefseebergbau ist gemäss internationalem Recht allein die UNO-Behörde ISA zuständig. Aktuell ist der industrielle Abbau von Rohstoffen in der Tiefsee verboten. Die ISA vergibt nur sogenannte Forschungslizenzen.
Entgegen den UNO-Regeln hat Donald Trump im vergangenen Frühling ein Dekret verabschiedet, das auf Basis von amerikanischem Recht den Tiefseebergbau in internationalen Gewässern erlauben soll.
Die kanadische Firma The Metals Company, bzw. deren Tochterfirma TMC USA haben daraufhin bei der amerikanischen Umweltbehörde ein Gesuch für eine Lizenz für den industriellen Abbau von Rohstoffen in der Tiefsee eingereicht. Weil dieses Vorgehen internationalem Recht widerspricht, leitete die ISA im Juli 2025 eine Untersuchung gegen TMC ein. Diese ist immer noch im Gang.
Hier setzt die Studie von Greenpeace ein. Sie konzentriert sich hauptsächlich auf TMC. Teil der Studie ist aber auch die Firma Blue Minerals Jamaica (BMJ). BMJ ist eine Tochterfirma der Allseas Subsea Minerals Holding SA. Diese gehört zur Allseas-Gruppe mit Sitz in Châtel-Saint-Denis im Kanton Freiburg. Allseas ist Grossaktionärin und «strategische Partnerin» von TMC. Die Forderung von Greenpeace: Die ISA muss überprüfen, ob diese Geschäftsverbindungen mit den Regeln der ISA vereinbar sind.
Iris Menn, Meeresbiologin und Geschäftsleiterin von Greenpeace Schweiz, sagt: «Unternehmen, die versuchen, sich über internationales Recht hinwegzusetzen, müssen mit Konsequenzen rechnen. Die ISA muss sich gegen diese Ressourcenausbeutung stellen. Sie muss klar machen, dass Tiefseebergbau ein Glücksspiel ist, das sich die Menschheit nicht leisten kann. Denn gemäss derzeitigem Wissen ist Tiefseebergbau nicht mit dem Schutz der Ozeane vereinbar. Es braucht deshalb weiterhin ein Moratorium.»
Weitere Informationen
Medienmitteilung von Greenpeace International vom 9. März 2026: «Greenpeace International urges governments to defend international law, as evidence suggests breaches by deep sea mining contractors»
Kontakt
Sol Gosetti, Greenpeace International, sol.gosetti@greenpeace.org,
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Roland Gysin, Medienstelle Greenpeace Schweiz, [email protected], 044 447 41 17


