Israelische Streitkräfte haben in der Nacht vom 29. zum 30. April mehrere Schiffe der Global Sumud Flotilla geentert und über 175 Menschen entführt. Nach wie vor hält sie zwei Besatzungsmitglieder fest. Greenpeace fordert den Schweizer Bundesrat auf, sich für die Freilassung der beiden Zivilisten einzusetzen.

Greenpeace leistet mit seinem Schiff Arctic Sunrise logistische Unterstützung für die Global Sumud Flotilla – eine internationale Bewegung für koordinierte, gewaltfreie Aktionen. Die Flotte besteht aus über 50 Schiffen. Sie ist unterwegs nach Israel, um die illegale Belagerung des Gazastreifens zu beenden und den Menschen vor Ort dringend benötigte humanitäre Hilfe zu liefern. 

Völkerrechtswidriger Angriff

Am Abend des 29. April hat das israelische Militär eine gewaltsame Intervention gegen die Schiffe der Flottille gestartet. Die Angriffe dauerten die ganze Nacht an. Es begann mit drohenden Funkmeldungen und der Störung der Kommunikation und endete mit der Enterung mehrerer Schiffe der Flottille in internationalen Gewässern und der Festnahme der Menschen an Bord. Das ist ein Bruch des Völkerrechts.

Unsere Besatzung und unser Kampagnenteam auf der Arctic Sunrise hatten keinen direkten Kontakt zu den israelischen Angreifern und sind alle in Sicherheit.

Forderung an Bundesrat und Aussenminister

Wir haben am 30. April Bundesrat und Aussenminister Ignazio Cassis geschrieben und ihn gebeten, unverzüglich Massnahmen zu ergreifen, um das Völkerrecht zu wahren und den Schutz der Global Sumud Flotilla zu gewährleisten.

Die verbleibenden Flottillenschiffe haben inzwischen den Hafen von Ierapetra in Griechenland erreicht. Die Greenpeace-Crew auf der Arctic Sunrise sorgte dafür, dass alle verbleibenden Schiffe sicher in den Hafen gebracht wurden. Die logistische Unterstützung dauert an. Das humanitäre Rettungsschiff Open Arms birgt derzeit treibende Schiffe und stellt sicher, dass niemand auf offener See zurückgelassen wird.