#Verpackung

Schluss mit der Plastikflut

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59’168 Plastiksäcke. Eine unvorstellbar grosse Menge. So viele Säcke haben Freiwillige dieses Jahr bei weltweiten Aufräumaktionen an Stränden und Seeufern, in Flüssen und Parks gesammelt. Der heute publizierte Report «Branded» gibt ihre Ergebnisse wieder: Die Raschelsäcke belegen Platz 1 des häufigsten Plastikabfalls in der Umwelt. Umso mehr freut uns, dass die Undinger in der Schweiz ab 2020 nur noch kostenpflichtig erhältlich sind. Das haben die Branchenverbände des Detailhandels heute verkündet.

Genauer: Schon heute sind die mehrfach verwendbaren Einkaufstaschen in den meisten Supermärkten kostenpflichtig. Das soll neu für den ganzen Detailhandel gelten. Dies erfolgt nicht etwa durch ein Verbot, sondern gilt für alle, die sich der Vereinbarung von Swiss Retail Federation und IG Detailhandel Schweiz anschliessen – also etwa Migros und Coop. Das Konzept muss aber auch für einzelne Warengruppen gelten: Bei Früchten und Gemüse zum Beispiel müssen mehrfach verwendbare Beutel Standard werden. Es kann nicht sein, dass dort noch immer gratis Raschelsäckli kursieren.

Nestlé ist zweitgrösster Plastikverschmutzer der Welt

Der Report «Branded», für den sich auch Greenpeace engagiert hat, belegt eindrücklich, dass der Verzicht auf Raschelsäcke lange nicht genügt. Die Natur droht, am Kunststoff zu ersticken. Die 476’423 Plastikstücke, die auf allen Kontinenten gefunden wurden, trugen zu 43 Prozent eine erkennbare Marke. Die grössten Plastikverschmutzer der Welt: Coca-Cola, der Schweizer Lebensmittelgigant Nestlé und PepsiCo.

Die Grosskonzerne geben sich gerne grün und verkünden Scheinlösungen. Coop und Migros verfallen dem ebenfalls mit den heute angekündigten «ökologischen Alternativen» in Form von Tragetaschen aus Zellulose und sogenanntem «Recycling-Plastik». Für Zellulose müssen klimarelevante Wälder abgeholzt werden. Und wegrecyceln lässt sich das Problem in keiner Weise, wie unser kürzlich publizierter Report «Die Zukunft wegwerfen» aufzeigt.

Die einzige nachhaltige Lösung ist viel tiefgreifender. Die Liefer- und Verkaufssysteme müssen auf Mehrweg statt Einweg basieren. Ohne Massnahmen zu dieser Umstellung bleibt der Plastiksäckli-Beschluss nur ein Schrittchen. Weit entfernt vom mutigen Schritt, der aus der Plastikkrise führt.