Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten haben heute auf dem Basler Münsterplatz ein riesiges Bild aus Sägemehl erstellt. Das Bild zeigt den berühmten Holzfäller von Ferdinand Hodler. Anschliessend enthüllten die UmweltschützerInnen die Botschaft «Tempo: Stop Wiping Away Forests». Mit der bewilligten Aktion fordern sie von Essity, dem Hersteller von Tempo-Produkten, keine Rohstoffe mehr aus schützenswerten borealen Waldgebieten zu beziehen.

Am Morgen haben rund 20 Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten auf dem Basler Münsterplatz damit begonnen, ein riesiges Bild aus Sägemehl auszulegen. Das rund 300 Quadratmeter grosse Bild wurde um die Mittagszeit fertiggestellt und zeigt den berühmten Holzfäller des Schweizer Malers Ferdinand Hodler – der allerdings eine Kettensäge schwingt statt einer Axt. Nach Fertigstellung des Bilds haben die AktivistInnen einen Teil des Sägemehls weggewischt und so aufgedeckt, was hinter der vermeintlich idyllischen Holzfäller-Szenerie steckt: Für die Herstellung von Tempo-Nastüchern werden in den Wäldern des Nordens auch schützenswerte Wälder gerodet – ohne Rücksicht auf die Folgen fürs Klima und die Biodiversität. Der aufgedeckte Slogan lautet «Stop Wiping Away Forests», daneben steht ein Tempo-Logo.

Keine Waldzerstörung für Einwegprodukte
Die Kritik von Greenpeace richtet sich an Essity, die Herstellerin von Tempo-Nastüchern und weiteren Hygienepapier-Artikeln wie WC- und Haushaltpapier. Die schwedische Firma ist der grösste Produzent von Hygienepapier in Europa und vertreibt neben Tempo auch Marken wie Zewa, Tork oder Plenty. «Essity muss die Lieferkette in Ordnung bringen. Es kann nicht sein, dass ökologisch wertvolle boreale Wälder gerodet werden, um daraus Produkte herzustellen, die nach einmaligem Gebrauch im Abfall oder im Klo landen», sagt Claudine Gubelmann-Largo, Leiterin der Waldkampagne bei Greenpeace Schweiz.

Versicherung gegen Klimakollaps
«Waldschutz ist Klimaschutz», sagt Gubelmann-Largo. Denn durch die Rodung schützenswerter Wälder zerstören die Lieferfirmen von Essity unsere wichtigste Versicherung gegen den Klimakollaps: In den Bäumen und im Waldboden sind grosse Mengen Kohlenstoff gespeichert. Zudem sind diese Wälder ein wichtiger Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Dass die gerodeten Gebiete in den nordischen Wäldern wieder aufgeforstet werden, ändert wenig an der Problematik. «Der wiederaufgeforstete Wald speichert eine kleinere Menge Kohlenstoff – und auch das erst nach Jahrzehnten», erklärt Biologin Gubelmann-Largo. Auch die Biodiversität ist massiv geringer in einer wiederaufgeforsteten Monokultur als in einem mehr oder weniger unberührten Wald. «Bäume kann man wieder pflanzen, ein Ökosystem nicht», sagt Gubelmann-Largo.

Das Bild auf dem Basler Münsterplatz bleibt noch bis etwa 16.30 Uhr liegen. Das Sägemehl – Abfall aus Sägereien, von dem Teile gefärbt wurden mit natürlichen Mitteln – wird anschliessend teilweise einem Schafhalter zur Verfügung gestellt; der Rest wird entweder kompostiert oder in der Kehrichtverbrennungsanlage entsorgt.


Hochaufgelöste Fotos der Aktion finden Sie unter diesem Link: http://media.greenpeace.org/collection/27MZIFJXZFMTV – weitere Fotos und Videos werden im Lauf des Nachmittags aufgeschaltet.

Für weitere Informationen:
Thomas Mäder, Medienverantwortlicher Greenpeace Schweiz, 044 447 41 74, thomas.maeder@greenpeace.org
Claudine Gubelmann-Largo, Leiterin der Waldkampagne Greenpeace Schweiz, 078 733 34 36, claudine.gubelmann-largo@greenpeace.org