Vorgesehen war, dass das seit über acht Monaten stillstehende Atomkraftwerk Gösgen Ende Februar wieder ans Netz geht. Jetzt ist klar: Die Betreiberin muss den Neustart drei Wochen nach hinten verschieben.
Seit Mai vergangenen Jahres liefert das AKW Gösgen keinen Strom. Grund für den Stillstand ist die Behebung einer Sicherheitslücke, die seit 30 Jahren bekannt ist. Bislang ging die Betreiberin, die Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG, davon aus, das Problem bis Ende Februar behoben zu haben. Diese Einschätzung war zu optimistisch. Denn nun vermeldet das Kraftwerk, dass es frühestens am 21. März wieder angefahren werden kann.
«Der lange Unterbruch ist auf die relevante Sicherheitslücke zurückzuführen, die seit Inbetriebnahme der Anlage im Jahr 1979 besteht. Es ist unverständlich, warum die AKW-Betreiberin und die Aufsichtsbehörde ENSI nicht früher reagiert haben», sagt Lukas Bühler, Energieexperte bei Greenpeace Schweiz.
Fährt das AKW Gösgen tatsächlich im März wieder hoch, wird es fast ein ganzes Jahr stillgestanden sein. Gösgen produziert jährlich etwa 8 Terrwawattstunden (TWh) Strom. «Der Ausfall verdeutlicht einmal mehr: AKW stellen für die sichere Stromversorgung ein erhebliches Risiko dar», so Lukas Bühler.
Der ungeplante 281-tägige Produktionsausfall bis Ende Februar 2026 hat die Eigentümerschaft des AKW – Axpo, Alpiq, CKW sowie die beiden städtischen Elektrizitätswerke EWZ (Zürich) und EWB (Bern) – bereits rund eine halbe Milliarde gekostet. Die zusätzlichen 21 Tage Stillstand dürften nun nochmals mit rund 40 Millionen zu Buche schlagen. Hinzu kommen Reparaturkosten im zweistelligen Millionenbereich.
«Je älter ein AKW, desto höher das Ausfallrisiko und die Unterhaltskosten. Ein nächster Ausfall eines der Schweizer AKW ist leider absehbar. Zu hoffen ist nur, dass auch dieser glimpflich ausgeht und keine Menschen zu Schaden kommen», sagt Lukas Bühler.
Kontakte
- Lukas Bühler, Energieexperte, Greenpeace Schweiz, +41 76 406 70 23, [email protected]
- Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, [email protected]


