Der Bundesrat hält eine Betriebsdauer von 80 Jahren für die AKW Gösgen und Leibstadt für realistisch. Die Landesregierung würde besser sicherstellen, dass die Stromproduktion rasch durch erneuerbare Energien ersetzt werden kann. Genau das hat die Bevölkerung in der Abstimmung 2017 zum Energiegesetz gefordert.
Lukas Bühler, Energieexperte bei Greenpeace Schweiz, sagt:
«Die Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken ist ein gefährliches Spiel. Bestimmte sicherheitsrelevante Komponenten, wie zum Beispiel der Reaktordruckbehälter, unterliegen einem Verschleiss, der ihre Festigkeit beeinträchtigt und sie können nicht ersetzt werden. Zudem häufen sich mit zunehmendem Alter Störungen und Abschaltungen.
Jeder Reaktor hat ein Verfallsdatum. Deshalb müssen wir rasch dafür sorgen, dass die Stromproduktion aus Atomenergie ersetzt wird durch Strom aus erneuerbaren Energien, allen voran der Solarenergie. Der Bau eines neuen AKW in der Schweiz würde zudem Jahrzehnte dauern.
Der Bundesrat ist der Ansicht, dass der Einsatz der Atomenergie unumgänglich ist, um unseren Bedarf zu decken, wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien zu langsam voranschreitet.
Das grösste Hindernis für die Energiewende ist aktuell jedoch der indirekte Gegenvorschlag zur Pro-Atom-Initiative (‚Blackout stoppen‘). Mit dem Gegenvorschlag bremst der Bundesrat den Ausbau der Erneuerbaren, erhöht das Atomrisiko und gefährdet die Energiesicherheit.»
Kontakt
- Lukas Bühler, Energieexperte, Greenpeace Schweiz, 076 406 70 23, [email protected]
- Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, [email protected]

