Alle Jahre wieder versammeln sich am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos Politiker:innen und Wirtschaftsvertreter:innen aus der ganzen Welt. Sie reisen bevorzugt mit dem Privatjet. Die Zahl der Starts und Landungen hat sich zwischen 2023 und 2025 verdreifacht. Das zeigt eine neue Greenpeace-Studie.

Vom 19. bis 23. Januar findet in Davos das 56. WEF statt. Die neue Greenpeace-Studie «Davos in the Sky» analysiert die Anzahl Starts und Landungen von Privatjets, die im Zusammenhang mit dem WEF stehen. Verfasser der Studie ist der Berliner Think Tank T3. 

Die Studie umfasst die Jahre 2023 bis 2025. Berücksichtigt sind folgende Flughäfen: Zürich, Genf, Altenrhein (SG), Militärflugplatz Dübendorf (ZH), Samedan (GR), Friedrichshafen (Deutschland) und Euroairport (Basel/Frankreich).

Die wichtigsten Ergebnisse

  • Während des letztjährigen WEF (20.–24. Januar 2025) wurden im Vergleich zum normalen Flugaufkommen 709 zusätzliche Flüge mit Privatjets registriert.
  • Das ist ein Anstieg von 10 Prozent gegenüber 2024 mit 628 Flügen und eine Verdreifachung gegenüber 2023, als 227 Flüge verzeichnet wurden. Der Anstieg von 2023 bis 2025 ist nicht auf eine höhere Teilnehmer:innenzahl am WEF zurückzuführen, sondern auf wiederholte An- und Abflüge. (1) 2024 und 2025 flogen viele Privatjets innerhalb der WEF-Woche die Schweiz mehrmals an.
  • Greenpeace hat berechnet, dass rund 70 Prozent der Privatjet-Strecken problemlos mit dem Zug zurückgelegt werden könnten – mit einer Tagesfahrt oder mit einem Nacht- plus Anschlusszug.
  • Fast ein Drittel (32,1 Prozent) aller Privatjets ans WEF kommen aus Frankreich (19,8 Prozent) und Deutschland (12,3 Prozent). Beide Länder haben sehr gute Zugverbindungen in die Schweiz.

Privatjets verbieten

Herwig Schuster, Kampagnenleiter für Greenpeace in Mittel- und Osteuropa, sagt: «Es ist  heuchlerisch, dass die Mächtigen und Superreichen in Davos über globale Herausforderungen diskutieren, während sie mit den Emissionen ihrer Privatjets buchstäblich den Planeten verbrennen.» 

Greenpeace fordert, dass Luxusflüge verboten werden, Superreiche endlich angemessen besteuert werden und die Schweizer Regierung sich an den UN-Tax-Verhandlungen für globale Steuergerechtigkeit für ein starkes Abkommen einsetzt.

Anmerkung

1) 2023 (16.–20. Januar) könnte ein Streik der französischen Fluglotsen die Anzahl der Flüge beeinträchtigt haben.

Kontakt

Herwig Schuster, Kampagnenleiter Greenpeace in Mittel- und Osteuropa, +43 664 431 92 14, [email protected]

Roland Gysin, Medienstelle Greenpeace Schweiz, 044 447 41 17, [email protected]